Krankenkassen erzielen Milliarden-Plus

Dank guter Konjunktur und nur leicht gestiegenen Ausgaben erzielten die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) im 1. bis 3. Quartal 2016 einen Überschuss von 1,55 Milliarden Euro, teilt das Bundesgesundheitsministerium in einer aktuellen Pressemitteilung mit. Damit steigen die Finanzreserven der Krankenkassen auf mehr als 16 Milliarden Euro.

Im Vergleich zu den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres haben sich die Einnahmen um rund 1,95 Milliarden Euro verbessert. Mit lediglich 3,2 Prozent Ausgabenanstieg je Versichertem ist der niedrigste Anstieg seit 2012 zu verzeichnen. Den größten Überschuss erzielten die Ersatzkassen, die nach den ersten drei Quartalen rund 757 Millionen Euro mehr einnahmen.

Die Ausgaben für Heilmittel machen weiterhin lediglich drei Prozent der GKV-Ausgaben aus. Vor dem Hintergrund einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Volksleiden Rückenschmerzen müssten die Kassen ein deutliches Interesse daran haben, diesen Anteil zu erhöhen, um weitaus höhere Kosten für Arztbesuche und bildgebende Verfahren vermeiden zu können, wie auch der Beitrag „Ohne Rezept zur Physio“ des WDR-Politmagazins Westpol vom vergangenen Sonntag aufzeigt.

Weitere Artikel

Hanau: Physiotherapie im Dialog mit der Politik

2026 | 12.06. Im Wahlkreis Hanau & Region hatten IFK-Mitglied Eva-Maria Herrmann und ihre Kollegin Kerstin Sewczyk die Möglichkeit, im Rahmen einer Bürgersprechstunde ein Gespräch mit Bundestagsmitglied Pascal Reddig (CDU) zu führen. Insbesondere beim Thema Vergütung konnten sie deutlich machen, dass im Bereich der Physiotherapie über viele Jahre hinweg eine Unterfinanzierung bestanden hat. Hier zeigte Reddig Verständnis für die Belange der Heilmittelerbringer.

SHV: Ernüchternde Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage von Bündnis90/Die Grünen – Konkrete Lösungen für Heilmittelpraxen nicht in Sicht

2026 | 10.06. Anfang April hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine Kleine Anfrage (Drucksache 21/5470) zu „Stand und Perspektiven zur Entbürokratisierung und Digitalisierung der Heilmittelverordnung“ eingebracht. Die Antwort der Bundesregierung liegt nun vor und zeigt aus Sicht des SHV vor allem eines: Die alltäglichen Belastungen durch überbordende Bürokratie in den Heilmittelpraxen sind durchaus bekannt – konkrete Konsequenzen bleiben bislang jedoch aus.