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Gerätegestützte Krankengymnastik

Gerätegestützte Krankengymnastik kann bei Muskelfunktionsstörungen wie zum Beispiel  krankheitsbedingter Muskelschwäche, eingeschränkter Muskelkoordination, Muskelverkürzungen, motorischer Parese (einem Teilausfall motorischer Funktionen), unspezifischen schmerzhaften Bewegungsstörungen oder aber auch bei allgemein verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit Bestandteil der Behandlung sein.

Typische Beschwerdebilder, die mit diesem Training versorgt werden, sind:

  • Bandverletzungen (z. B. Nachbehandlung Kreuzband-OP)
  • Gelenk- oder Knochenverletzungen (z. B. Zustand nach Oberschenkelhalsbruch)
  • Rücken-/Nackenschmerzen
  • ein Gelenkersatz (z. B. Nachbehandlung bei künstlichem Hüftgelenk)

Außerdem kann gerätegestützte Krankengymnastik als allgemeines Aufbautraining sowie begleitend bei Schwäche durch Chemotherapie angewandt werden.

Was ist gerätegestützte Krankengymnastik?

Bei gerätegestützter Krankengymnastik handelt es sich um eine Therapieform, bei der sowohl einzelne Muskeln als auch mehrere  Muskeln unterschiedlicher Muskelgruppen trainiert werden, fachsprachlich funktionelles Training genannt. Ziel ist es, funktionelle Abläufe des beruflichen und privaten Alltags in mehrdimensionalen Bewegungen und Bewegungsrichtungen zu trainieren.

Das Training verbessert sowohl die Muskelfunktion als auch die Funktion des Atmungs-, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselsystems. Für jeden Patienten wird je nach Krankheitsbild und Befund/physiotherapeutischer Diagnostik ein individueller Trainingsplan erstellt. Ziel ist es, eine eingeschränkte Kraft-, Koordinations- und Ausdauerfähigkeit zu verbessern. Diese können die Folge von Funktionsstörungen der Muskeln wie beispielsweise einer krankheitsbedingten Muskelschwäche oder einer allgemeinen Dekonditionierung (Muskelabbau) sein.  

Bei dieser Therapieform kommen Geräte wie beispielsweise die Beinpresse oder der Seilzug zum Einsatz. Für ein funktionelles/koordinatives Training werden die Patienten außerdem zu Übungen mit dem eigenen Köpergewicht oder Kleingeräten wie Hanteln oder dem Gymnastikband/Widerstandsband angeleitet. Diese Übungen können sie auch gut zuhause durchführen.

Gerätegestützte Krankengymnastik dauert rund 60 Minuten und findet in einer Gruppe mit bis zu drei Patienten statt.

Wie erhalte ich eine Verordnung für gerätegestützte Krankengymnastik?

Der behandelnde Arzt, z. B. Hausarzt oder Orthopäde, stellt die Diagnose zu einem orthopädischen/chirurgischen/neurologischen Beschwerdebild und verordnet dann das Heilmittel gerätegestützte Krankengymnastik (KG-Gerät) über eine Heilmittelverordnung.

Wer kann gerätegestützte Krankengymnastik durchführen?

Physiotherapeuten erwerben Grundwissen in Trainingslehre in ihrer Ausbildung. Zudem setzt ein optimales Behandlungsergebnis eine spezielle Fortbildung, in denen aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse eingebunden sind, voraus. Der Kurs schließt mit einem Zertifikat ab. Krankengymnastik am Gerät kann nur von Physiotherapeuten durchgeführt werden, die über eine entsprechende Trainingsfläche verfügen.

 

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