Branchenstatistik zu Umsatz und Gewinn ausgewertet

Für die offizielle Branchenstatistik der Datev, übermittelten im vergangenen Jahr 1.683 Physiotherapie-Praxen ihre BWA-Daten. Die hieraus resultierenden Zahlen untermauern den weiteren Handlungsbedarf in der Physiotherapie.

So hat sich der Umsatz der teilnehmenden Praxen in den letzten beiden Jahren jeweils nur um rund 2 % erhöht, was angesichts der deutlich höheren Preis- und Umsatzerhöhungen in der GKV von 7,91 % überrascht. Eine Preiserhöhung in der GKV muss also nicht zwangsläufig zu höheren Gesamterträgen führen. Nur geringfügig kann dies damit erklärt werden, dass es im Jahr 2017 zwei Feiertage mehr gab als 2016. Noch deutlicher wird es beim Betriebsergebnis. Die Gewinne in 2017 waren sogar leicht rückläufig, weil die Ausgaben noch stärker stiegen als die Einnahmen.

Bei den Personalkosten zeigte sich folgendes Bild: Sie stiegen 2017 um 3,87 % und damit fast das Doppelte als die Betriebsumsätze. Angesichts des Fachkräftemangels scheint es unwahrscheinlich, dass die Gesamtzahl der Mitarbeiter stieg. Vielmehr deutet dies darauf hin, dass die Löhne der Angestellten deutlich stärker gestiegen sind, als die Umsätze der Praxisinhaber.

Die Zahlen zeigen unmissverständlich, dass zum einen die Gewinne der Praxisinhaber nicht gestiegen sind. Zum anderen ist es eine gute Botschaft an die Politik, denn hier belegen die Daten, dass die Gehälter der angestellten Physiotherapeuten anstiegen.

Weitere Artikel

Hanau: Physiotherapie im Dialog mit der Politik

2026 | 12.06. Im Wahlkreis Hanau & Region hatten IFK-Mitglied Eva-Maria Herrmann und ihre Kollegin Kerstin Sewczyk die Möglichkeit, im Rahmen einer Bürgersprechstunde ein Gespräch mit Bundestagsmitglied Pascal Reddig (CDU) zu führen. Insbesondere beim Thema Vergütung konnten sie deutlich machen, dass im Bereich der Physiotherapie über viele Jahre hinweg eine Unterfinanzierung bestanden hat. Hier zeigte Reddig Verständnis für die Belange der Heilmittelerbringer.

SHV: Ernüchternde Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage von Bündnis90/Die Grünen – Konkrete Lösungen für Heilmittelpraxen nicht in Sicht

2026 | 10.06. Anfang April hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine Kleine Anfrage (Drucksache 21/5470) zu „Stand und Perspektiven zur Entbürokratisierung und Digitalisierung der Heilmittelverordnung“ eingebracht. Die Antwort der Bundesregierung liegt nun vor und zeigt aus Sicht des SHV vor allem eines: Die alltäglichen Belastungen durch überbordende Bürokratie in den Heilmittelpraxen sind durchaus bekannt – konkrete Konsequenzen bleiben bislang jedoch aus.