Der Rückenschule den Rücken stärken

Die Träger moderner Rückenschul-Programme, wie der Deutsche Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) oder die Konföderation der deutschen Rückenschulen (KddR), haben bereits vor längerer Zeit multidimensionale Programme entwickelt, die wissenschaftlich erwiesene Risikofaktoren für eine Chronifizierung von Rückenschmerzen aufgreifen und bei Patienten eine nachhaltige Hinführung und Bindung an eigenständig durchgeführte körperliche Aktivität anstreben. Dieses Konzept der Neuen Rückenschule wurde erst kürzlich vom Bundesministerium für Gesundheit für qualitativ hochwertig erklärt.

Dennoch konnte ein aktuelles  Review, das die Wirksamkeit von Rückenschulprogrammen bei chronischem Schmerz im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule untersuchte, keine klare Schlussfolgerung ableiten. Dieses Ergebnis nahm die Ärzte Zeitung zum Anlass, die Wirksamkeit der Rückenschule grundsätzlich in Frage zu stellen. Doch wer genauer hinschaut, der erkennt die eigentliche Problematik: Die Autoren des Reviews begründen das unklare Ergebnis u. a. damit, dass das als optimal angesehen Kriterium der berichteten Schmerzintensität in Rückläufer-Fragebögen vielfach unzureichend erhoben wurde.

Viel entscheidender jedoch: Die Metaanalyse trifft bei insgesamt 31 Studien, die teilweise bis auf das Jahr 1981 zurückgehen, keine Unterscheidung zwischen traditionellen Rückenschul-Programmen mit überholtem biomedizinischem Ansatz und neuen Kurskonzepten. Schließlich hat sich die Rückenschule deutlich weiterentwickelt und baut heute auf dem modernen bio-psycho-sozialen Ansatz auf, der ganzheitliche und nachhaltige Lösungskonzepte anbietet. Es sollte also weniger die Wirksamkeit der Rückenschul-Programme in Frage gestellt, sondern in erster Linie die wissenschaftliche Begleitung optimiert werden.

Weitere Artikel

Hanau: Physiotherapie im Dialog mit der Politik

2026 | 12.06. Im Wahlkreis Hanau & Region hatten IFK-Mitglied Eva-Maria Herrmann und ihre Kollegin Kerstin Sewczyk die Möglichkeit, im Rahmen einer Bürgersprechstunde ein Gespräch mit Bundestagsmitglied Pascal Reddig (CDU) zu führen. Insbesondere beim Thema Vergütung konnten sie deutlich machen, dass im Bereich der Physiotherapie über viele Jahre hinweg eine Unterfinanzierung bestanden hat. Hier zeigte Reddig Verständnis für die Belange der Heilmittelerbringer.

SHV: Ernüchternde Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage von Bündnis90/Die Grünen – Konkrete Lösungen für Heilmittelpraxen nicht in Sicht

2026 | 10.06. Anfang April hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine Kleine Anfrage (Drucksache 21/5470) zu „Stand und Perspektiven zur Entbürokratisierung und Digitalisierung der Heilmittelverordnung“ eingebracht. Die Antwort der Bundesregierung liegt nun vor und zeigt aus Sicht des SHV vor allem eines: Die alltäglichen Belastungen durch überbordende Bürokratie in den Heilmittelpraxen sind durchaus bekannt – konkrete Konsequenzen bleiben bislang jedoch aus.