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Interdisziplinäres Handeln in der Diskussion

Beim dritten Interprofessionellen Gesundheitskongress in Dresden trafen über 500 Kongressteilnehmer aus allen Gesundheitsberufen zusammen, um das Thema "Viele Professionen – ein Patient!" zu diskutieren. IFK-Vorstandsvorsitzende Ute Repschläger schilderte ihre Erfahrungen aus der Physiotherapie und machte u.a. klar, dass Gesundheitsberufe effektiv zusammenarbeiten, wenn jeder Beteiligte seine spezifischen Fachkompetenzen einbringt und den Patienten weiterleitet, sobald er an seine fachliche Grenze stößt. Für Physiotherapeuten würde der Direktzugang dahingehend neue Freiräume öffnen. Großen Handlungsbedarf sieht Ute Repschläger beim neuen E-Health-Gesetz, denn Physiotherapeuten müssen umfassende Zugriffsrechte auf ärztliche Daten der elektronischen Gesundheitskarte erhalten. Auch für das Versorgungsstärkungsgesetz seien noch notwendige Impulse für neue therapeutische Freiräume auf den letzten Metern einzupflegen.

Der Vorsitzende des IFK-Regionalausschusses Westsachsen, Peter Plaumann, hielt einen Vortrag über „Körperschmerz - Die Möglichkeiten und Grenzen der Physiotherapie“.

Auf einer Podiumsdiskussion zum Thema „Aufgabenverteilung auf dem Prüfstand: Wie gut arbeiten die Gesundheitsberufe zusammen?“ untermauerte Ute Repschläger die Position der Physiotherapie und erklärte, wieso der Direct Access nicht nur für Physiotherapeuten, sondern auch für Ärzte und vor allen Dingen für den Patienten von Vorteil sein kann. So schilderte sie die Erfahrungen des IFK aus dem derzeitigen Modellvorhaben für mehr Autonomie in der Physiotherapie. Unter den Diskussionsteilnehmern war auch Prof. Dr. Gisela Charlotte Fischer, Mitautorin des Gutachtens des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen 2007. Schon damals wurde gefordert, die Kompetenzen der nicht-ärztlichen Berufe besser zu nutzen. Aus Sicht von Prof. Fischer ist in der Zwischenzeit zu wenig passiert. Prof. Dr. Joachim Kugler berichtete von Untersuchungen, die ergeben haben, dass vor allen Dingen Patienten, die schon einmal Physiotherapie hatten, Interesse am Direktzugang haben.

Die Referenten zum Programmteil „Wie viel Praxis brauchen Akademiker in den Gesundheitsfachbereufen?" sprachen sich dafür aus, dass alle Gesundheitsberufe einen Mix aus Praktikern und Forschern benötigen – ähnlich sieht das der IFK mit den Bestrebungen, die Akademisierung in der Physiotherapie zu stärken. Wichtig seien, so die Diskutanten, Forschungsstrukturen und deren Koordination. Auch hier hat der IFK mit der Zusammenarbeit von Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) und Cochrane-Zentrum ein gutes Beispiel.

Fazit aus dem Kongress war, dass die einzelnen Berufsgruppen enger zusammen rücken müssen, um gemeinsam dem Patientenwohl zu dienen. Dabei müsse es auch erlaubt sein, alte Strukturen in Frage zu stellen.


Fotos: loesel-photographie.de

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