Physiotherapeut Dr. Roy Kühne über seine Arbeit im Bundestag

Wir veröffentlichen einen aktuellen Gastbeitrag des Physiotherapeuten Dr. Roy Kühne (MdB, CDU), der über seine Arbeit im deutschen Bundestag spricht.

Seit knapp einem halben Jahr bin ich nun als Abgeordneter der erste männliche gewählte Physio- und Sporttherapeut im Deutschen Bundestag. Die Wahl als ordentliches Mitglied in den Ausschuss für Tourismus und den Ausschuss für Gesundheit macht mein Aufgabenspektrum in Berlin spannend und vielfältig. Es reicht von der Haftpflichtproblematik bei den Hebammen, über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), den barrierefreien Tourismus bis hin zu Gesundheitstourismus. Mein Fokus liegt dennoch klar auf dem Ausschuss für Gesundheit und hier besonders beim Themenfeld „Heil- und Hilfsmittel". Aus meiner persönlichen Berufspraxis kenne ich die Situation der Heilmittelerbringer in Deutschland. Grundlohnsummenbindung, Berufsgesetz, falsch ausgestellte Verordnungen und Ausbildung sind nur eine Auswahl der aktuellen Schwierigkeiten und Problemstellungen in unserem Sektor.
Aus diesem Grund stehe ich von Anfang an mit dem Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten - IFK e.V. und allen anderen relevanten Berufsverbänden in Kontakt, um diese Fragestellungen so eng wie möglich mit allen Vertretern abzustimmen. Mir ist wichtig, zu betonen, dass wir in dieser Legislaturperiode die Möglichkeit haben, die genannten Strukturprobleme im Heilmittelbereich auf die Tagesordnung zu bringen. Nach ersten Sondierungsgesprächen mit Jens Spahn [Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion] und dem Bundesministerium für Gesundheit erhalte ich erste positive Signale, diese Anliegen vorzubringen. Die Heilmittel wurden in den letzten Jahren in der politischen Diskussion stark vernachlässigt. Ich bin motiviert, dies zu ändern, benötige dafür aber die Rückendeckung der Berufsverbände und eine einheitliche Linie.
Meiner Meinung nach werden die Heilmittelerbringer auch zukünftig ein bedeutender und unverzichtbarer Akteur für eine hochwertige und umfassende Gesundheitsversorgung in Deutschland sein. Die steigende Nachfrage nach Alternativen zur konventionellen Schulmedizin und die demographische Entwicklung werden den Geltungsbereich zunehmend erweitern. Das Bedürfnis der Bevölkerung nach einem gesunden Leben eröffnet dem ambulanten Sektor neue Potentiale, die abgerufen werden müssen. Zudem wird die Gesundheitsversorgung der Menschen in den ländlichen Gebieten in der nahen Zukunft eine immer schwierigere Aufgabe. Die Physiotherapie kann hier präventiv und kurativ einen wichtigen Beitrag leisten.
Ich werde mich als Bundestagsabgeordneter dafür einsetzen, dass wir in dieser Legislaturperiode spürbare Verbesserungen für unseren Berufsstand erzielen und die richtigen Weichen für die Zukunft der Heilmittelerbringer in Deutschland stellen. Ich zähle auf Ihre Unterstützung!Herzliche Grüße
Ihr Dr. Roy Kühne

Weitere Artikel

Assistenzhunde in der Physiotherapie: Ein ganz besonderes Arbeitsverhältnis

2026 | 05.02. Bettina Giesler, die eine Physiotherapiepraxis in Dortmund betreibt, ist auf dem Weg zu ihrer Arbeit nie allein. Seit elf Jahren wird sie von Marla, ihrer Golden Retriever Hündin, begleitet. Mit zehn Wochen zog die Hündin bei ihr ein, von diesem Zeitpunkt an sind die beiden ein unzertrennliches Team.

Einladung zur IFK-Jahreshauptversammlung 2026

2026 | 03.02. Der Vorstand des IFK lädt alle Mitglieder herzlich zur Jahreshauptversammlung (JHV) ein, in der über das vergangene Geschäftsjahr berichtet wird. Sie findet am 21. März 2026 in den Räumlichkeiten des IFK-Fortbildungszentrums in Bochum statt. Um 10:30 Uhr wird die Jahreshauptversammlung eröffnet und endet circa um 16:30 Uhr.

Ab 1. Februar 2026: Höhere Vergütungssätze der Postbeamtenkrankenkasse

2026 | 29.01. Einen Monat nach den Erhöhungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigt jetzt auch die Vergütung bei der Postbeamtenkrankenkasse (PBeaKK). Die neuen Preise entsprechen weitgehend den Preisen der GKV und gelten für alle Behandlungen von Postbeamten des einfachen Dienstes (Mitgliedergruppe A), die ab dem 1. Februar 2026 durchgeführt werden.