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Obere Extremitäten: Hand, Ellenbogen, Schulter

Erkrankungen und Verletzungen an den oberen Extremitäten – also an Schulter-, Ellenbogen- und Handgelenk – können unterschiedlichste Ursachen haben. Viele davon können mit Physiotherapie wirkungsvoll behandelt werden. Auch nach einer Operation ist eine Rehabilitation durch Physiotherapie unerlässlich. Dabei werden beispielsweise Übungen zur Stärkung der Arm- und Schultermuskulatur durchgeführt. 

Das Impingment-Syndrom ist eine Funktionsstörung der Schulter. Unterhalb des Knochens, der das Schulterdach bildet (Acromion), treffen sich auf engem Raum viele Muskeln, Bänder, Sehnen, Schleimbeutel und Knochen, die zusammenarbeiten müssen, damit das Schultergelenk beweglich bleibt. Durch Veränderungen am Knochen, Verschleiß oder kalkartige Ablagerungen in der Muskelsehne kann der Platz unter dem Schulterdach verengt werden, sodass keine reibungslose Bewegung stattfinden kann und Schmerzen entstehen. Auch ein entzündeter Schleimbeutel kann ursächlich für die Schmerzen sein. 

Symptome

Für ein Impingement-Syndrom sind bewegungsabhängige Schmerzen im Bereich der Schulter und der Außenseite des Oberarmes typisch. Insbesondere beim Anheben des Armes zur Seite können starke Schmerzen auftreten. Der so genannte Painful Arc (Schmerzhafter Bogen) bezeichnet beispielsweise eine Bewegung, bei der zwischen 60 und 120 Grad Armbewegung zur Seite typischerweise starke Schmerzen im Schultergelenk auftreten. Weitere Symptome sind Schulterschmerzen bei Überkopfarbeiten, Schmerzen beim Liegen auf der Seite, Druckschmerz und eine eingeschränkte Schulterbeweglichkeit. 

Ursachen

Häufiges Überkopfarbeiten z. B. bei Malerarbeiten aber auch Sportarten mit wiederholter Überkopfposition der Arme wie Tennis oder Basketball können ursächlich für ein Impingement-Syndrom sein. Schwache Schultermuskeln, -bänder und -sehnen, die den Oberarmkopf nicht ausreichend in der Gelenkpfanne zentrieren und dafür sorgen, dass der Oberarmkopf gegen die umliegenden Weichteile drückt können zusätzliche Risikofaktoren für diese Funktionsstörung sein. 

Physiotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten 

Vor jeder physiotherapeutischen Behandlung findet eine Befundung und Diagnostik durch den Therapeuten statt. Auf dieser Grundlage wird die Therapie geplant. Bei akuten Schmerzen sollte die Schulter geschont und die auslösende Tätigkeit (z. B. Überkopfarbeiten) gemieden werden. Eine Ruhigstellung sollte allerdings nicht erfolgen. Gezielte Übungen unter Anleitung des Physiotherapeuten können helfen, Schmerzen zu lindern, die Muskulatur zu kräftigen und die Beweglichkeit zu verbessern. Dabei stehen beispielsweise folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung: 

  • Krankengymnastik mit Übungen zur Stärkung der Schulter-, Nacken- und Rückenmuskulatur, ggf. auch an Geräten oder im Bewegungsbad
  • Manuelle Therapie  z. B. Muskel- und Gelenktechniken 
  • Reha-Sport, Funktionstraining (Gruppentraining unter Anleitung) 

Eine Schultersteife, auch Frozen Shoulder (englisch) genannt, beginnt meist mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen ohne erkennbaren Grund. Die Erkrankung tritt häufig um das 50. Lebensjahr auf. Bis Schmerzen und Steife verschwinden, kann mehrere Monate dauern. 

Symptome

Die Symptome beginnen häufig schleichend mit leichten, dumpfen und tiefen Schmerzen. Nach und nach wird die Schulterbewegung immer eingeschränkter, sodass Patienten sie kaum noch bewegen können. Bewegungsabläufe, wie das Anziehen, das Fensterputzen oder sich in die hintere Hosentasche zu greifen werden fast unmöglich. 

Eine Schultersteife verläuft in Phasen, die je nach Patient sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können:

  1. schmerzhafte Phase, auch in Ruhe und nachts, insbesondere wenn man auf dem Arm schläft
  2. die Bewegung wird immer eingeschränkter und die Schultermuskulatur nimmt ab
  3. die Schulter wird nach und nach wieder beweglicher, wobei es Monate dauern kann, bis die Beweglichkeit wieder vollständig hergestellt ist

Ursachen

Jedes Gelenk ist von einer Gelenkkapsel umgeben. Bei einer Schultersteife bilden sich Verklebungen in der Gelenkkapsel, wodurch diese schrumpft. Auch entzündliche Prozesse können ursächlich für eine Schultersteife sein, jedoch wird häufig keine genaue Ursache gefunden. Auch traumatische (verletzungsbedingte) oder idiopathische (unbekannte) Ursachen oder eine Diabeteserkrankung können zu einer Schultersteife führen. 

Physiotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten

Zu Beginn jeder physiotherapeutischen Behandlung findet eine Befundung und Diagnostik durch den Physiotherapeuten statt, auf deren Grundlage die Therapie geplant wird. 
Besonders zu Beginn der Erkrankung ist es wichtig, langsam mit vom Physiotherapeuten angeleiteten Übungen zu beginnen, um schmerzauslösende Bewegungen zu vermeiden. Im weiteren Verlauf wird die Beweglichkeit durch gezielte Übungen weiter verbessert. Dabei stehen beispielsweise folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Krankengymnastik mit Übungen zur Stärkung der Schulter-, Nacken- und Rückenmuskulatur, ggf. auch an Geräten  oder im Bewegungsbad
  • Manuelle Therapie  z. B. Muskel- und Gelenktechniken
  • Reha-Sport, Funktionstraining (Gruppentraining unter Anleitung)

Bei einer Arthrose wird die schützende Knorpelschicht der Knochen dünner, wodurch der Druck auf die Knochen wächst und Schmerzen vor allem beim Heben und Drehen des Armes entstehen. Im späteren Verlauf der Erkrankung treten auch Bewegungseinschränkungen auf.

Symptome

Symptome für eine Arthrose im Schultergelenk sind Schmerzen in dem Gelenk an sich sowie im Oberarm. Zusätzlich haben Patienten häufig auch Schmerzen in Ruhe, wenn sie auf dem betroffenen Arm liegen oder sogenannte Anlaufschmerzen, wenn eine Bewegung begonnen wird. Im späteren Verlauf der Krankheit kann es außerdem zu Einschränkungen in der Beweglichkeit des Schultergelenks kommen. 

Ursachen 

Es gibt verschiedene Ursachen, die eine Arthrose im Schultergelenk begünstigen können. Dazu zählen beispielsweise langjährige, schwere körperliche Arbeit, Dauerbelastung durch intensives Training, bei Sportarten mit wiederholter Überkopfposition der Arme (z. B. Tennis oder Basketball) oder familiäre Veranlagung. Auch frühere Schulterverletzungen, zum Beispiel Knochenbrüche im Bereich des Oberarmkopfes, Schulterluxationen (ausgekugelte Schulter) oder entzündliche Gelenkerkrankungen, wie rheumatoide Arthritis, können Arthrose im Schultergelenk begünstigen. 

Physiotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten

Vor jeder Behandlung findet eine physiotherapeutische Befundung und Diagnostik durch den behandelnden Physiotherapeuten statt, auf deren Grundlage die Therapie geplant wird. Eine Schultergelenksarthrose ist nicht heilbar, es gibt aber Möglichkeiten, die Symptome zu lindern. Dazu zählen beispielsweise:

  • Krankengymnastik mit Übungen zur Stärkung der Schulter-, Nacken-, und Rückenmuskulatur, ggf. auch an Geräten  oder im Bewegungsbad
  • Manuelle Therapie  z. B. Muskel- und Gelenktechniken 
  • Reha-Sport, Funktionstraining (Gruppentraining unter Anleitung)

Beim sogenannten „Tennisellenbogen“ handelt es sich um Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens. Betroffen sind insbesondere die Sehnenansätze der Streckmuskeln im Unterarm. 
Beim „Golferellenbogen“ hingegen kommt der Schmerz von der Innenseite des Ellenbogens, wo die Muskelsehnen ansetzen. Betroffen sind dabei die Sehnenansätze der Beugemuskeln des Unterarms. 

Symptome

Bei Tennis- und Golferellenbogen sind ausstrahlende Schmerzen in den Unterarm oder die Hand, Berührungsschmerz, sowie Schmerzen in Ruhestellung häufige Symptome. Hinzu kommen beim Tennisellenbogen Schmerzen beim Heben, Zugreifen oder beispielsweise beim Aufdrehen einer Flasche. Für den Golferellenbogen sind hingegen Schmerzen beim Beugen des Handgelenks oder beim Schreiben typisch.

Ursachen  

Ursachen für Tennis- oder Golferellenbogen können Fehl- oder Überbelastungen, nach starken ungewohnten Bewegungen oder einseitiger Belastungen (z. B. bei Renovierungsarbeiten wie Streichen, Schraubendrehen, schwerem Heben oder dem Arbeiten am Computer) sein. So entstehen kleine Verletzungen, die eine Entzündung hervorrufen und zum Verschleiß am Ansatz der Muskelsehne führen können. 

Physiotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten

Zu Beginn einer physiotherapeutischen Behandlung findet eine physiotherapeutische Befundung und Diagnostik statt. Auf dieser Grundlage wird die Therapie geplant. In der Physiotherapie sind die Behandlungsziele in erster Linie die Schmerzlinderung sowie Steigerung von Beweglichkeit und Belastbarkeit. Zu den Therapiemethoden zählen beispielsweise:

  • Krankengymnastik, bei der unter Anleitung beispielsweise exzentrische (nachgebende) Kräftigungsübungen durchgeführt werden und eine Beratung und Schulung physiologischer Bewegungsabläufe bzw. ergonomischem Arbeiten stattfindet
  • Manuelle Therapie  z. B. Muskel- und Gelenktechniken 
  • Reha-Sport, Funktionstraining (Gruppentraining unter Anleitung)
  • Ultraschalltherapie, Kältetherapie oder Elektrotherapie

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine Funktionsstörung an der Hand. Im Bereich der Handwurzel (umgangssprachlich Handgelenk) befindet sich der Karpaltunnel, durch den Sehnen, Gefäße und der Nervus Medianus (Mittelarmnerv) verlaufen. Wird dieser Bereich durch verschiedene Ursachen komprimiert (verkleinert), handelt es sich um ein Karpaltunnelsyndrom. Dieses kann ein Kribbeln oder Taubheit in der Hand auslösen. 

Symptome

Schwillt das Gewebe im Karpaltunnel an, erhöht sich der Druck auf den Nervus Medianus. Dadurch entstehen Empfindungsstörungen, sodass sich die Hand teilweise taub anfühlt oder kribbelt, ähnlich wie bei einem „eingeschlafenen“ Fuß. Zu Beginn tritt dieses Symptom häufig nachts auf. Außerdem können Schmerzen in den Fingern und der ganzen Hand entstehen. 

Ursachen 

Die Ursachen für ein Karpaltunnelsyndrom sind häufig nicht ganz klar. Über- und Fehlbelastungen, starker Druck auf das Handgelenk, Verletzungen im Handgelenksbereich oder häufiges Arbeiten am Computer können allerdings mit dem Auftreten dieser Funktionsstörung zusammenhängen.

Auch bestimmte Erkrankungen, wie Rheuma oder Diabetes, können ein Karpaltunnelsyndrom begünstigen. Während einer Schwangerschaft kann das Syndrom ebenfalls auftreten, da in dieser Zeit eine erhöhte Flüssigkeitsansammlung stattfinden kann.


Physiotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten

Vor jeder physiotherapeutischen Behandlung findet eine Befundung und Diagnostik durch den behandelnden Physiotherapeuten statt, auf deren Grundlage die Therapie geplant wird. Durch die Anleitung eines Physiotherapeuten können schmerzlindernde Maßnahmen und eine Mobilisation des Handgelenks durchgeführt werden. Wichtig zu wissen ist, dass die Symptome eines Karpaltunnelsyndroms auch durch andere Ursachen entstehen können. Dabei kann u. a. ein bestimmter Unterarmmuskel für die Schmerzen oder eine Handwurzelblockierung verantwortlich sein. Außerdem sollten Tätigkeiten vermieden werden, die Schmerzen auslösen. Zu den möglichen Therapiemethoden zählen:

  • Krankengymnastik mit Übungen zur Kräftigung und Dehnung der betroffenen Struktur
  • Manuelle Therapie  z. B. Muskel- und Gelenktechniken 
  • Elektrotherapie und Ultraschall

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