GKV neu denken: Prozesse digital vereinfachen

Die gesetzliche Krankenversicherung befindet sich in einer angespannten finanziellen Lage. Mit dem geplanten GKV- Beitragsstabilisierungsgesetz versucht die Bundesregierung, die stetig steigenden Kosten kurzfristig in den Griff zu bekommen. Doch die im Gesetz vorgesehenen Maßnahmen wirken vor allem wie kurzfristige Krisenbewältigung. Einsparvorgaben und Verlagerung von Kosten schaffen akut Entlastung, ändern aber nichts an den grundlegenden Herausforderungen im Gesundheitssystem.

Dabei gibt es innerhalb der Gesundheitsbranche längst konkrete Ideen für eine nachhaltige Stabilisierung der GKV-Finanzen. Viele Experten haben konkrete Reformvorschläge vorgelegt, um Versorgung effizienter zu gestalten, Ressourcen gezielter einzusetzen und die Finanzierung langfristig zu sichern. Entscheidend ist jetzt, diese Ansätze entschlossen umzusetzen.

Beispiel: Bürokratieabbau durch Digitalisierung

Bürokratische Prozesse verursachen im Gesundheitswesen einen enormen Zeit- und Kostenaufwand. Auch im Heilmittelbereich ist dies seit langem ein Schmerzpunkt: Derzeit ist beispielsweise rund jede vierte ärztlich ausgestellte Heilmittelverordnung fehlerhaft. Bei jährlich etwa 39 Millionen Verordnungen entsteht dadurch eine Vielzahl zusätzlicher Arbeitsschritte für Prüfungen und Korrekturen – sowohl auf Seiten der Heilmittelerbringer als auch der Ärzte und der Krankenkassen.

Beispielsweise eine sinnvoll ausgestaltete elektronische Verordnung kann den Bürokratieaufwand deutlich reduzieren. Voraussetzung ist, dass digitale Verordnungen bereits beim Ausstellen heilmittelrichtlinienkonform sind. Notwendig sind hierfür klare gesetzliche Regelungen im SGB V und in der Heilmittel-Richtlinie, die fehlerfreie digitale Verordnungen sicherstellen und unnötige Prüfpflichten abbauen. Das würde Bürokratie reduzieren, Kosten bei Leistungserbringern und Krankenkassen senken und wertvolle Zeit für die Patientenversorgung freisetzen.  

Doch die Politik setzt aktuell auf Einsparmaßnahmen, die negative Folgen für das gesamte Gesundheitssystem haben werden. Sinnvolle Lösungsvorschläge werden ignoriert, Gesundheit wird zum Sparmodell. 

Machen Sie gern auch Ihre Patienten auf diesen Missstand aufmerksam.

 

 

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