Laumann: akademische Ausbildung sinnvolle Ergänzung

Dass aus den Modellstudiengängen der Therapieberufe endlich Regelstudiengänge werden müssen, forderte Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, während des Neujahrsempfangs der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum). Der Bund müsse nun handeln, um die Studiengänge auch langfristig zu etablieren.

Laumann stellte klar, dass die Akademisierung der Therapieberufe auch ein wichtiger Schritt für die Forschung sei. Der medizinische Fortschritt sei in den vergangenen zehn Jahren enorm vorangegangen. Ausdruck dafür sei auch die Entwicklung der hsg, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert.
Zwischen 2005 und 2010, während Laumanns erster Amtszeit als NRW-Gesundheitsminister, sei das Hauptproblem die Frage der Finanzierung des Gesundheitssystems gewesen. Heute, knapp zehn Jahre später, sei das komplett anders. „Das System hatte noch nie so viel Geld“, erklärte Laumann. „Aber wo sind die Menschen, die das System braucht?“
Der Fachkräftemangel habe inzwischen solche Formen angenommen, dass er über alle Qualifizierungsstufen hinweg gelöst werden müsse. Therapeutenberufe seien nicht nur interessant für Absolventen mit mittleren Bildungsabschlüssen. Die akademische Ausbildung müsse deshalb eine langfristige Ergänzung sein.
Ulrike Borgmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V., begrüßte Laumanns positive Haltung gegenüber der Akademisierung der Physiotherapieausbildung: „Es ist gut, dass Laumann sich deutlich zur Überführung in Regel-Studiengänge positioniert. Wichtig sind jetzt aber neben Worten vor allem Taten – auch wenn formal der Bund gefragt ist.“ Das langfristige Ziel müsse laut Borgmann die Vollakademisierung des Berufsstandes sein.
hsg-Präsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs appellierte ebenfalls in Richtung Bundespolitik, dass in den Studiengängen der Therapieberufe „die Zeiten des Ausprobierens vorbei sein müssen“. Die Modell-Studiengänge in der Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie seien NRW-weit evaluiert worden. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass die Studiengänge funktionieren. Die Therapieberufe müssten deshalb „zeitnah in Regel-Studiengänge überführt werden“.

Weitere Artikel

SHV nimmt Stellung zum Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen

2026 | 09.10. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände hat gestern seine Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen veröffentlicht und in das parlamentarische Verfahren eingebracht. Mit dem Gesetz sollen die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiterentwickelt, digitale Prozesse ausgebaut und der Austausch von Gesundheitsdaten verbessert werden.

Der elektronische Heilberufsausweis: Beantragung und Bestellung

2026 | 08.10. Da es sich bei der TI um ein geschlossenes Netz handelt, zu dem nur registrierte und authentifizierte Nutzer Zugang erhalten, müssen Sie sich als dafür berechtigte Person ausweisen. Dies geschieht mit dem eHBA, dem elektronischen Heilberufsausweis. Wie und wo Sie diesen beantragen, erfahren Sie in unserer heutigen Meldung aus der Reihe „TI: Schluss mit dem Aufschieben“.

K wie Kommunikation: Reden oder Schweigen bei der Praxisübergabe?

2026 | 06.10. Sie wollen innerhalb der kommende Jahre Ihre Physiotherapiepraxis auf- oder abgeben? Mit unserer Reihe „Praxisübergabe-ABC“ bekommen Sie einen ersten Überblick, welche Punkte Sie bei der Umsetzung und Planung beachten sollten. Heute: K wie Kommunikation. Reden und Schweigen – welches Schwermetall zu welcher Handlung passt, da scheiden sich die Geister. Doch was gilt beim Thema Praxisübergabe?