Schauen Sie mal an, Herr Gröhe

Wie sehr die Bundesregierung mit ihrer Vorstellung der Gehälter in der Physiotherapie daneben liegt, zeigt einmal mehr der aktuell veröffentlichte StepStone Gehaltsreport 2016. Das Stellenportal ermittelte mit seiner Befragung von rund 50.000 Fach- und Führungskräften, dass selbst nach über zehnjähriger Berufserfahrung in der Physiotherapie ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von 30.000 Euro nicht überschritten wird.

„Im Vergleich zum Vorjahr sehen wir, dass sich die Schere zwischen den Branchen weiter öffnet. In ohnehin gut zahlenden Branchen, wie der Chemie- oder Pharmaindustrie, verdienen Fachkräfte aktuell noch mehr“, sagte Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von StepStone, gegenüber der WAZ Mediengruppe. Die Gehälter im Berufsfeld Pflege und Therapie hingegen verharren weiterhin am unteren Ende der Gehaltsskala.

Im Gehälter-Vergleich der Gesundheitsfachberufe schneidet die Physiotherapie laut der Umfrage sogar mit am schlechtesten ab. Lediglich Praxispersonal  und Assistenzberufe verdienen noch minimal weniger. Liegt das Durchschnittsgehalt bei Physiotherapeuten mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung bei 23.000 Euro, verdienen selbst erfahrene Therapeuten mit mehr als zehn Jahren im Job nur durchschnittlich 29.500 Euro brutto im Jahr, ermittelte StepStone.

„Um angesichts des demografischen Wandels und eines zunehmenden Bedarfs an Gesundheitsdienstleistungen langfristig die Patientenversorgung gewährleisten zu können, setzt sich der IFK auch im Rahmen des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV) gemeinschaftlich dafür ein, die Politik zum Umdenken und Handeln zu bewegen. Die Zeit drängt“, betont Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des IFK.

Weitere Artikel

SHV nimmt Stellung zum Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen

2026 | 09.10. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände hat gestern seine Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen veröffentlicht und in das parlamentarische Verfahren eingebracht. Mit dem Gesetz sollen die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiterentwickelt, digitale Prozesse ausgebaut und der Austausch von Gesundheitsdaten verbessert werden.

Der elektronische Heilberufsausweis: Beantragung und Bestellung

2026 | 08.10. Da es sich bei der TI um ein geschlossenes Netz handelt, zu dem nur registrierte und authentifizierte Nutzer Zugang erhalten, müssen Sie sich als dafür berechtigte Person ausweisen. Dies geschieht mit dem eHBA, dem elektronischen Heilberufsausweis. Wie und wo Sie diesen beantragen, erfahren Sie in unserer heutigen Meldung aus der Reihe „TI: Schluss mit dem Aufschieben“.

K wie Kommunikation: Reden oder Schweigen bei der Praxisübergabe?

2026 | 06.10. Sie wollen innerhalb der kommende Jahre Ihre Physiotherapiepraxis auf- oder abgeben? Mit unserer Reihe „Praxisübergabe-ABC“ bekommen Sie einen ersten Überblick, welche Punkte Sie bei der Umsetzung und Planung beachten sollten. Heute: K wie Kommunikation. Reden und Schweigen – welches Schwermetall zu welcher Handlung passt, da scheiden sich die Geister. Doch was gilt beim Thema Praxisübergabe?