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Schlechte Vergütung gefährdet Patientenversorgung

Therapeuten am Ende der Gehaltskette
Physiotherapeuten gehören zu den 20 am schlechtesten vergüteten Berufen in Deutschland. Bei den Ergotherapeuten fällt der Verdienst nur geringfügig höher aus. Das geht aus einer aktuellen Erhebung hervor. Kein Wunder also, dass die Zahl der angehenden Physio- und Ergotherapeuten sinkt. Die Folge: Die flächendeckende Versorgung mit Physio- und Ergotherapie in Deutschland ist in naher Zukunft gefährdet.

Laut Gehalts-Check 2015 unter gehalt.de gingen Physiotherapeuten im Jahr 2015 lediglich mit rund 27.000 Euro Bruttojahresgehalt nach Hause – für eine Vollzeitstelle. Solch niedrige Gehälter machen die Berufe von Physio- und Ergotherapeuten unattraktiv. Das gefährdet wiederrum die Patientenversorgung. „Schon heute kommt es in ländlichen Gebieten zu Engpässen bei der häuslichen Therapie. Vor dieser Entwicklung darf die Politik nicht länger die Augen verschließen“, betont Karl-Heinz Kellermann, Vorsitzender des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV), den Handlungsdruck der Politik.

Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) ruft die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen auf, zeitnah in einem Gesetzgebungsverfahren die Tür für deutliche Vergütungserhöhungen im Heilmittelbereich (Physiotherapie, Ergotherapie usw.) zu öffnen. Unverzichtbare Schritte dazu sind: die Abkoppelung der Vergütungserhöhungen von der Grundlohnsumme und eine deutliche Beschleunigung der Schiedsverfahren.

Physio- und Ergotherapeuten sind aus der ambulanten und stationären Patientenversorgung nicht wegzudenken. Denn: Physio- und Ergotherapie reduzieren volkswirtschaftlich bedeutsame Kosten. Sie verringern die Anzahl von Krankheitsausfalltagen und können teure Operationen sowie langjährige Pflege verhindern. Mit ihrer Arbeit sichern Physio- und Ergotherapeuten bei den Patienten Lebensqualität und Teilhabe am Alltag. Damit das in Zukunft so bleibt, muss in den Heilmittelbereich mehr Geld fließen.

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