Mehr Effizienz durch Direct Access

Auf dem 5. opta data Zukunftstag in Essen waren sich beim Thema Effizienz durch neue Versorgungswege alle Podiumsteilnehmer einig: Der Direktzugang (Direct Access) zum Physiotherapeuten wäre die effizienteste Variante der Heilmittelversorgung. Die IFK-Vorstandsvorsitzende Ute Repschläger konnte mit stichhaltigen Argumenten punkten.

Der Vormittag des Zukunftstags war mit einem Vortrag von MdB Dr. Roy Kühne (CDU)  und einer Podiumsdiskussion ganz dem Thema Heilmittelversorgung gewidmet. Auf dem Podium diskutierte Repschläger neben Kühne unter anderem mit Bernd Faehrmann vom AOK-Bundesverband zum Thema "Mehr Effizienz durch neue Versorgungswege. Ist die Verordnungshoheit der Ärzte noch zeitgemäß?". Dort zeigte sie die Win-win-win-win-Situation des Direct Access auf: Die deutlich professionalisierten Heilmittelerbringer erhielten mehr Verantwortung, die Patienten die Möglichkeit, schneller behandelt zu werden, die Ärzte würden entlastet und die Krankenkassen könnten Kosten einsparen.

Faehrmann hielt aus Kassensicht insbesondere die schnellere Behandlung für ein ausschlaggebendes Argument für einen Direktzugang. Er gab allerdings zu bedenken, dass die Krankenkassen an die bestehenden Gesetze gebunden seien und der Direct Access rechtlich noch nicht in der Realität angekommen sei. Kühne stellte heraus, dass die für einen Direktzugang vorausgesetzte physiotherapeutische Diagnostik in der heutigen Praxis durchaus bereits angewandt werde, da allein auf Basis der ärztlichen Diagnose häufig keine physiotherapeutische Behandlung initiiert werden könne. In puncto Blankoverordnung, die er befürwortete, verstrickte sich der Bundestagsabgeordnete indes in Widersprüche. Erste Maxime sei es, Geld einzusparen und den Therapeuten möglichst viel Handlungsspielraum zu eröffnen. Doch wie effizient ist es, wenn der Arztbesuch (und damit vielfach zusätzliche bildgebende Verfahren oder Operationen) nicht eingespart werden kann und Physiotherapeuten weiterhin nur nach Verordnung des Arztes behandeln dürfen?

Zumindest konnte er hinsichtlich der Telematik-Infrastruktur etwas Hoffnung machen: Aus internen politischen Kreisen sei zu verlauten, dass auch Physiotherapeuten zügig uneingeschränkten Zugriff auf die elektronische Gesundheitskarte erhalten sollen.

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