6.4.1 Funktionelle Neuroanatomie der Motorik und ihre Störungen – Teil II

Therapien zielen nicht primär auf das motorische System ab, auch wenn Patient*innen Schwierigkeiten und/oder motorische Störungen haben. Es wurde deutlich, dass Therapien durch ihre Stimuli Neuronen aktivieren, die innerhalb des komplexen und faszinierenden Nervensystems schließlich das motorische Verhalten (als „Ausgangstür“) beeinflussen.
Daher sollten Therapien nicht als Stärkung oder Schwächung der Muskeln interpretiert werden, sondern viel früher als Aktivierung von Nervenschaltkreisen, die für die motorische Kontrolle und motorische Anpassungen verantwortlich sind.

Der Schwerpunkt der Betrachtung des Nervensystems liegt auf seinen sensomotorischen Funktionen von der intrauterinen Entwicklung, über die Übergangs- und Klärungsstadien der kindlichen Entwicklung bis hin zum Verständnis, wie der feine Bewegungserwerb verarbeitet wird und wie Patient*innen bei der Habilitation (Erwerb präziser Bewegungen) wie bei der Rehabilitation nach Schäden, die das Nervensystem beeinträchtigen, unterstützt werden können.
All dies wird mit Metaphern, Ruhe, Humor und durch verschiedene didaktische Grafiken und unzählige Beispiele aus dem Alltag erklärt: etwas, das das Verstehen und Behalten von Wissen erleichtert.

Wir haben hier etwas Einzigartiges: Pränatale Entwicklung, Anatomie, Chemie, Emotion, Funktion, Alltag, Ernährung, Dysfunktion und Verletzung = all dies erweitert unser Verständnis des Themas und konzentriert sich auf die Therapien.

Inhalte
•    Prozess der Myelinisierung sensorischer und motorischer Fasern intra- und postuteriner
•    Neuronenmigration und ihre Beziehung zu therapeutischen Konzepten wie z. B. axiale Stabilität vor distaler Mobilität (Haltung vor Bewegung)
•    Unterschied zwischen motorischem Lernen und motorischem Gedächtnis: Welches Ziel sollten Therapeut*innen haben?
•    Der spinale motorische Homunkulus (Einordnung des Körpers) versus Dermatom
•    Mediale und laterale absteigende Systeme
•    CPG (Central Pattern Generator = Entstehungsmuster) im Rückenmark und Hirnstamm
•    das untere Motorneuron als „gemeinsame motorische Endstrecke“ und „Schwimmbecken“ der absteigenden Bahnen
•    Motorische + prämotorische + supplementäre kortikale Areale
•    Formatio reticularis und die Modulation der unteren Motoneuronen durch Serotonin
•    Vaskularisation des Kleinhirns und ihre Störungen
•    Kritische Analyse des Begriffs „Ataxie“ und ihre Ursachen
•    Kleinhirn als „Verkehrszentrale in der Bewegungsführung“
•    Kleinhirn: Afferente und Efferente-Fasern und ihre Funktionen
•    Kleinhirnschädigungen, -dysfunktionen und -missbildungen
•    Klassische und nicht-klassische Kleinhirnfunktionen (aktuelles Wissen)
•    Muskelkraft vs. Muskeltonus
•    Ernährung: Gluten, Gliadin-Antikörper und Ataxie
•    Basalkerne: Lokalisierung und Funktion: anatomische und chemische Vertiefung
•    Substantia nigra: Dopaminerge Funktionen, Parkinson und Plastizität
•    DBS (Deep Brain Stimulation), CBD (Cannabidiol) und Glutathion-Behandlung
•    Parkinson und die Mitochondrien


Teilnahmevoraussetzung:

Staatliche Anerkennung als Physiotherapeut oder Arzt

Info

Stefanie Wagner: 0234 97745-38
swagner@ifk.de

Fortbildungspunkte
8