Warnung vor flächendeckendem Arbeitskräfteengpass

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat das zukünftige Risiko eines Fachkräfteengpasses in 50 verschiedenen Berufsfeldern untersucht und kommt bei Pflege- und Gesundheitsberufen zu einem alarmierenden Ergebnis: Statistisch wird der steigende Bedarf an Fachkräften innerhalb der nächsten zehn Jahre nicht mehr flächenmäßig gedeckt werden können.

Infolge der demografischen Entwicklung in Deutschland wird mit einem steigenden Bedarf an Pflege- und Gesundheitsleistungen gerechnet. Für die Fachkräftesicherung in diesem Bereich ist dies mit großen Herausforderungen verbunden. Bereits ab 2025 könnte sich der bereits regional und berufsspezifisch spürbare Fachkräftemangel zu einem flächendeckenden Arbeitskräfteengpass quer durch alle Gesundheitsbranchen ausweiten. Im Jahr 2035 würden dann sogar 270.000 Beschäftigte fehlen.

Als maßgebliche Einflussfaktoren nennt das Institut die schlechte Lohnentwicklung sowie die mangelnde berufliche Mobilität der Erwerbspersonen. Dadurch stiegen die Anreize, das Berufsfeld zu verlassen oder sich gar nicht erst dafür zu entscheiden. Für eine zukünftige Fachkräftesicherung rät das BIBB daher, die Vergütung sowie die Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen in der Branche zu verbessern und hebt damit die Argumente in den Vordergrund, die der IFK seit langem anprangert.

Dieser erneute Beleg des dringenden Handlungsbedarfs zeigt einmal mehr, dass Krankenkassen die Physiotherapie und weitere Gesundheitsberufe nicht weiter mit Niedrigvergütungen abspeisen dürfen. Gerade vor dem Hintergrund der milliardenschweren Rücklagen der Gesetzlichen Krankenversicherung muss die Branche endlich finanziell gestärkt werden, um die Patientenversorgung sicherstellen zu können.

Weitere Artikel

Hanau: Physiotherapie im Dialog mit der Politik

2026 | 12.06. Im Wahlkreis Hanau & Region hatten IFK-Mitglied Eva-Maria Herrmann und ihre Kollegin Kerstin Sewczyk die Möglichkeit, im Rahmen einer Bürgersprechstunde ein Gespräch mit Bundestagsmitglied Pascal Reddig (CDU) zu führen. Insbesondere beim Thema Vergütung konnten sie deutlich machen, dass im Bereich der Physiotherapie über viele Jahre hinweg eine Unterfinanzierung bestanden hat. Hier zeigte Reddig Verständnis für die Belange der Heilmittelerbringer.

SHV: Ernüchternde Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage von Bündnis90/Die Grünen – Konkrete Lösungen für Heilmittelpraxen nicht in Sicht

2026 | 10.06. Anfang April hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine Kleine Anfrage (Drucksache 21/5470) zu „Stand und Perspektiven zur Entbürokratisierung und Digitalisierung der Heilmittelverordnung“ eingebracht. Die Antwort der Bundesregierung liegt nun vor und zeigt aus Sicht des SHV vor allem eines: Die alltäglichen Belastungen durch überbordende Bürokratie in den Heilmittelpraxen sind durchaus bekannt – konkrete Konsequenzen bleiben bislang jedoch aus.