Offene Stellen in Physiotherapiepraxen auf Rekordhoch

Die Schere zwischen gemeldeten Stellen und der Anzahl der Arbeitslosenzahl im Bereich Physiotherapie befindet sich auf Rekordniveau. Dies belegen die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Während die Arbeitslosenzahlen geringfügig zurückgingen, setzte sich vor allem der Trend der stark steigenden Zahl offener Stellen fort. Um es deutlich zu sagen: Noch nie haben Physiotherapiepraxen so händeringend Therapeuten gesucht wie heute.

Im Juli 2017 betrug die Zahl der arbeitssuchend gemeldeten Physiotherapeuten bundesweit 1.614 (Ostdeutschland: 485, Westdeutschland: 1.129). Dem gegenüber steht eine Rekordzahl von 5.771 offene Stellen (Ostdeutschland: 1.241, Westdeutschland: 4.530). Somit setzt sich die seit 2012 anhaltende Entwicklung fort, nach der das bestehende Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage weiter auseinander geht. Dies verdeutlicht aufs Neue den vorhandenen und offenbar stetig anwachsenden Fachkräftemangel, der es Praxisinhabern immer schwerer macht, Personal zu finden.

Diese Situation ist besorgniserregend und wir werden nicht müde, in der anstehenden heißen Wahlkampfphase den Finger in diese politische Wunde zu legen. Indem Sie Ihre offenen Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit melden, können Sie dazu beitragen, dass die Statistik umso aussagekräftiger ist. Je mehr die Schere auseinanderklafft, desto wahrscheinlicher wird, dass unsere Argumente und Vorschläge zur langfristigen Lösung des Fachkräftemangels weiterhin in der Politik und bei den Kostenträgern Gehör finden.

Weitere Artikel

Hanau: Physiotherapie im Dialog mit der Politik

2026 | 12.06. Im Wahlkreis Hanau & Region hatten IFK-Mitglied Eva-Maria Herrmann und ihre Kollegin Kerstin Sewczyk die Möglichkeit, im Rahmen einer Bürgersprechstunde ein Gespräch mit Bundestagsmitglied Pascal Reddig (CDU) zu führen. Insbesondere beim Thema Vergütung konnten sie deutlich machen, dass im Bereich der Physiotherapie über viele Jahre hinweg eine Unterfinanzierung bestanden hat. Hier zeigte Reddig Verständnis für die Belange der Heilmittelerbringer.

SHV: Ernüchternde Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage von Bündnis90/Die Grünen – Konkrete Lösungen für Heilmittelpraxen nicht in Sicht

2026 | 10.06. Anfang April hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eine Kleine Anfrage (Drucksache 21/5470) zu „Stand und Perspektiven zur Entbürokratisierung und Digitalisierung der Heilmittelverordnung“ eingebracht. Die Antwort der Bundesregierung liegt nun vor und zeigt aus Sicht des SHV vor allem eines: Die alltäglichen Belastungen durch überbordende Bürokratie in den Heilmittelpraxen sind durchaus bekannt – konkrete Konsequenzen bleiben bislang jedoch aus.