Gesundheit darf kein Sparmodell sein!

Am 16. April hat die Bundesregierung einen Entwurf für das Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung veröffentlicht. Dieser enthält Maßnahmen, die auch die Physiotherapie betreffen – uns Anlass zur Sorge geben.

Konkret plant das Bundesgesundheitsministerium unter anderem die Rückkehr zur sogenannten Grundlohnsummenbindung. Das bedeutet: Vergütungen dürfen künftig prozentual nur noch maximal in derselben Höhe steigen, wie die GKV-Beitragseinnahmen. Für die Jahre 2027 bis 2029 soll diese Grenze sogar für alle Leistungsbereiche im Gesundheitswesen zusätzlich um ein Prozent abgesenkt werden. 

Die Folgen wären gravierend: Wird das Gesetz in der aktuellen Form verabschiedet, droht unserer Branche in den kommenden Jahren eine Stagnation der Vergütung. Dies wird den Fachkräftemangel weiter verschärfen. Die Versorgungssicherheit steht auf dem Spiel.      

Diese einschneidenden Maßnahmen sind für alle Leistungserbringer geplant. Ärzte, Pflege und viele andere Bereiche sind also auch betroffen. Gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen setzen wir uns nun dafür ein, die Politik von den negativen Folgen des geplanten Gesetzes zu überzeugen. 

Unsere Bitte an Sie: Machen Sie auch Ihre Patienten auf diesen Missstand aufmerksam. Weitere Informationen dazu finden Sie im Mitgliederservice.

 

Weitere Artikel

Fachkräftebörse: European Online Job Day

2026 | 13.05. Am 2. Juni findet der European Online Job Day (EOJD) statt. Bei der Veranstaltung der Agentur für Arbeit und Eures-Deutschland (EURopean Employment Service) haben Physiotherapiepraxen, Reha-Zentren und Kliniken aus Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, ihre Stellenangebote europaweit und international sichtbar zu machen. Arbeitgeber können so gezielt mit qualifizierten Physiotherapeuten aus dem Ausland in Kontakt treten und potenzielle Bewerber direkt ansprechen.

Bundesregierung ignoriert laufende Evaluation der Blankoverordnung

2026 | 12.05. Der Vertrag zur Heilmittelversorgung mit erweiterter Versorgungsverantwortung, der sogenannten Blankoverordnung für die Physiotherapie, ist am 1. November 2024 für Patienten mit unterschiedlichen Diagnosen rund um die Schulter in Kraft getreten. Das Gesundheitsministerium plant im derzeitigen Referentenentwurf schon jetzt Einschränkungen bei dieser erst vor Kurzem eingeführten neuen Versorgungsform.

Die neue physiotherapie ist da

2026 | 07.05. Freuen Sie sich auf spannende Einblicke, aktuelle berufspolitische Entwicklungen und praktische Unterstützung für Ihren Praxisalltag: Im Mittelpunkt steht ein ausführliches Interview mit Ute Repschläger: Sie ordnet die geplante Reform zur Stabilisierung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung ein und macht deutlich, dass die Bedenken weit über einzelne Detailfragen hinausgehen.