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Direktzugang: Druck auf Gesundheitsministerium wächst

Saarland fordert Öffnung der Berufsgesetze Ergotherapie/Physiotherapie

Wie die Ärzte Zeitung berichtete, drängt das Saarland weiterhin auf einen direkten Zugang zum Ergotherapeuten und Physiotherapeuten. Der saarländische Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling (CDU) fordert die Bundesregierung erneut auf, die Berufsausbildungsgesetze von Ergotherapeuten und Physiotherapeuten diesbezüglich zu ändern und das Saarland dafür zur Modellregion zu machen. Dies werde er Anfang März im Bundesgesundheitsministerium ansprechen.

In zahlreichen Ländern, wie England, Norwegen, Australien oder Kanada, seien beachtliche Erfolge zu verzeichnen, hob Kolling gegenüber der Ärzte Zeitung hervor. Der direkte Zugang zum Therapeuten verringere die Anzahl sowohl von Schmerzmitteln als auch von bildgebenden Verfahren und die Auswahl der Leistung durch Heilmittelerbringer stünde der verordneten Leistung durch den Arzt in nichts nach, so Kolling.

Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) begrüßt den Vorstoß, den Direktzugang möglichst bald in die Patientenversorgung zu integrieren. Im ersten Schritt hält der SHV an seiner Forderung nach einem sofortigen Direktzugang im Selbstzahlerbereich fest. „Dafür gilt es, zügig die notwendigen rechtlichen Schritte einzuleiten, um endlich auch in Deutschland an die internationalen Erfolge anzuknüpfen“, erklärt der SHV-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Kellermann. „Weil die Rahmenbedingungen in der gesetzlichen Krankenversicherung gänzlich andere sind, kann es Sinn machen, dort ein Modellvorhaben vorzuschalten. Wir unterstützen daher den Vorstoß des Saarlands mit voller Kraft“, fügt Kellermann hinzu.

Mit einer Änderung der Berufsausbildungsgesetze kann so deutschlandweit der direkte Zugang des Patienten zum Physio- oder Ergotherapeuten möglich werden – so wie dies in vielen Ländern weltweit der Fall ist. Internationale Studien haben gezeigt, dass der Direktzugang des Patienten zum Therapeuten die Patientenversorgung verbessert: Die Behandlung startet schneller, es sind meist weniger Therapien erforderlich und die Patientenzufriedenheit ist hoch.

Die Bundesregierung ist am Zug. Eine Anpassung der Berufsgesetze bringt Rechtssicherheit für Therapeuten und ein neues, international bereits bewährtes Versorgungsangebot“, betont Karl-Heinz Kellermann das Potenzial des Direktzugangs für die Patienten.


Über den Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) e. V.:
Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) ist die maßgebliche Spitzenorganisation auf Bundesebene im Heilmittelbereich. In den Mitgliedsverbänden des SHV sind mehr als 70.000 Therapeuten organisiert. Aktuell bilden drei physiotherapeutische Verbände (IFK, VPT und ZVK) und ein ergotherapeutischer Verband (DVE) den SHV. Mehr Informationen zum Spitzenverband gibt es unter www.shv-heilmittelverbaende.de.

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