csm_Besuch_MdB_Hardt_Keller-internet_3897b7aa31.jpg

MdB Jürgen Hardt bei Physiotherapie Keller

Wo drückt in der Physiotherapie derzeit der Schuh? Um sich davon ein Bild zu machen, besuchte Jürgen Hardt, MdB, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das IFK-Mitglied Doris Keller in ihrer Praxis in Wuppertal.



Die IFK-Regionalausschussvorsitzende nutzte gern die Chance, dem CDU-Politiker Einblicke in ihren Praxisalltag zu gewähren. Schnell wurde dabei klar, wie sehr der Fachkräftemangel die Abläufe einschränkt. „Wir könnten viel mehr Patienten annehmen, wenn wir mehr Therapeuten einstellen könnten“, beklagt Keller. Doch der Fachkräftemarkt sei quasi leergefegt.

Das liege laut Keller auch an der geringen Vergütung, die die Krankenkassen für physiotherapeutische Leistungen bezahlen. Dadurch seien die Verdienstmöglichkeiten in der Physiotherapie leider sehr überschaubar. Hinzu komme in vielen Regionen immer noch das Schulgeld, das angehende Physiotherapeuten für ihre Ausbildung bezahlen müssen. „Das macht unseren eigentlich sehr schönen Beruf gerade für junge Leute leider nicht sehr attraktiv“, bedauert sie.

Mit Hardt sprach sie zudem darüber, wie hoch der bürokratische Aufwand in einer Physiotherapiepraxis sei. Da diese Verwaltungstätigkeiten nicht von den Krankenkassen bezahlt würden, sei das nicht nur zeitraubend, sondern auch ein finanzieller Faktor.

Außerdem erinnerte sie Hardt an die Forderung des IFK, dass die Politik endlich Modellvorhaben zum Direktzugang ermöglichen soll. „Im Direktzugang könnten wir Patienten viel schneller helfen und so ihre Leidenszeit verkürzen“, so Keller. Wären Patienten schneller wieder arbeitsfähig, hätte das zudem positive Auswirkungen auf das Sozialsystem. „Deshalb ist es wichtig, dass wir den Direktzugang im Modellvorhaben erproben können“, brachte sie es auf den Punkt.


Weitere Artikel

Digitalisierung mit Mehrwert: IFK fordert eine zukunftsfähige elektronische Heilmittelverordnung

2026 | 06.08. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird seit Jahren als Meilenstein für eine moderne und effiziente Versorgung angekündigt. Doch gerade bei der Vorbereitung der elektronischen Verordnung (eVO) für Heilmittelerbringer zeigt sich, wie groß die Lücke zwischen politischen Zielsetzungen und der Realität im Versorgungsalltag noch immer ist. Laut Gesetz soll die eVO zum 01.06.29 verpflichtend eingeführt werden. Auch wenn diese Frist erst vor Kurzem nach hinten verschoben wurde, bleibt die digitale Entwicklung aktuell hinter den Erwartungen zurück. 

Es bleibt spannend: Berufspolitisches Update beim Regionalforum in München

2026 | 05.08. Der Beschluss des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetztes, der Wechsel von Gesundheitsministerin Nina Warken ins Kanzleramt sowie die Benennung von Carsten Linnemann zum neuen Bundesgesundheitsminister – in den letzten Wochen war gesundheitspolitisch einiges los. Entsprechend umfangreich fiel das Branchenupdate aus, das IFK-Mitglieder im Rahmen des Regionalforums Süd erhielten.

NRW setzt Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen fort

2026 | 04.08. Gute Nachrichten für angehende Physiotherapeuten in Nordrhein-Westfalen: Das Land verlängert die Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen um weitere fünf Jahre. Eine entsprechende Förderrichtlinie tritt zum 1. Januar 2027 in Kraft. Damit bleibt die Ausbildung an den förderfähigen Schulen für Gesundheitsfachberufe auch künftig für die Auszubildenden kostenfrei.