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IFK-Wissenschaftspreis 2019 – Luomajoki-Testbatterie bei unspezifischen Rückenschmerzen

Bereits zum 15. Mal prämierte der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) herausragende wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden. Die Serie „IFK-Wissenschaftspreis 2019“ stellt die Forschungsthemen der Preisträger vor. Die Arbeiten werden zudem ausführlicher in den kommenden Ausgaben des IFK-Fachmagazins physiotherapie vorgestellt.

1. Preis Masterarbeit


Christoph Biele, HS-Osnabrück


Ist eine Erweiterung der Testbatterie nach Luomajoki zur motorischen Kontrolle bei unspezifischen Rückenschmerzen sinnvoll?



Christoph Biele untersuchte mit seiner Fragestellung, ob Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen (LBP) bei Anwendung von elf Tests zur motorischen Kontrolle (MCT) sicherer von Gesunden differenziert werden können als bei Anwendung der Testreihe von Luomajoki, die aus sechs Tests besteht. Hierzu wurden in vier verschiedenen privaten Physiotherapiepraxen in Deutschland konsekutiv Teilnehmer rekrutiert. Die Probanden wurden nach dem Kriterium LBP/kein LBP in zwei Gruppen aufgeteilt. Mindestens 64 Probanden wurden pro Gruppe inkludiert.


Vorab wurde im Konsens von Praxisexperten eine klinisch basierte Testbatterie zusammengestellt. Im Vergleich zur Testbatterie nach Luomajoki sollten auch Tests Berücksichtigung finden, die die Bewegung der oberen Extremitäten einschließen. Folgende Tests wurden inkludiert: Forward Bend (FB), Return (FB), Sitting Forward Lean (SFL), Knee Extension (SKE), Pelvic Tilt (PT), One-Leg-Stance (OLS), Side-Bending (Lat-F), Rocking Forward (Rf), Knee Flexion (PKF), Hip Abduction/Lateral ROT (BKFO) und Shoulder F resting L-spine on wall (ShFw).


Neun zuvor ausgebildete, verblindete Untersucher führten die Testung in jeweils einer Sitzung pro Teilnehmer durch. Es zeigte sich, dass durch die Erweiterung der Testbatterie von sechs auf elf Elemente die Sensitivität der Körperlichen Befundung und somit die Diagnosegenauigkeit verbessert werden kann.


Die Jury befand, dass Christoph Biele in seiner Masterarbeit eine klinisch hochrelevante Fragestellung aufgreift, die in der Ausarbeitung Anschluss an zahlreiche bereits bekannte nationale und internationale physiotherapeutische Tests für die Untersuchung von Patienten mit unspezifischen LBP findet. Aus den Ergebnissen seiner Arbeit lässt sich ein Zusammenhang zwischen Motorischer Dysfunktion und unspezifischen LBP schlussfolgern und es lassen sich konkrete Empfehlungen für den physiotherapeutischen Untersuchungsprozess ableiten. Zudem bietet der Autor mit seiner Arbeit die Grundlage für weitere Forschungsansätze, die den physiotherapeutischen Behandlungsprozess bei dieser Patientengruppe evidenzorientiert weiterentwickeln könnten. Insgesamt überzeugt diese Masterarbeit die Jury durch den sehr hohen Praxisbezug und die aufwendig durchgeführte wissenschaftliche Methode.


Herzlichen Glückwunsch, Christoph Biele!

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