Erstmals Konsens in Sachen „Osteopathie“

Gemeinsames Positionspapier von IFK und ÄMM

Wie sollte die Versorgung von Patienten mit osteopathischen Verfahren zukünftig aussehen? IFK und ÄMM haben sich dazu erstmalig in einem gemeinsamen Positionspapier geäußert und Standpunkte konsentiert, die nun gemeinschaftlich in der Öffentlichkeit vertreten werden. Dabei wird das Handlungsfeld „Osteopathie“ eindeutig sowohl den Ärzten als auch Physiotherapeuten zugesprochen. Physiotherapeuten sind nach Meinung beider Organisationen prädestiniert dafür, osteopathisch tätig zu sein: „Osteopathische Verfahren sind `Hands-on`-Techniken, bei denen ein hochentwickeltes Berührungsempfinden erforderlich ist. Dies entspricht einer der Kernkompetenzen der Physiotherapeuten.“ Ferner ist es Ziel des IFK und der ÄMM, osteopathische Verfahren als verordnungsfähige Heilmittel zu etablieren.
 


Der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) und die Ärztevereinigung für manuelle Medizin (ÄMM) der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM) haben ein gemeinsames Positionspapier auf den Weg gebracht, das wichtige Standpunkte beider Berufsvertretungen aufzeigt und zusammenführt. Ziel ist eine starke Interessenvertretung in diesem Bereich über Berufsgrenzen hinaus, um die Abgabe von osteopathischen Verfahren rechtssicher zu gestalten und sich von einem eigenen Berufsbild des „Osteopathen“ zu distanzieren. Sowohl IFK und ÄMM wollen die Etablierung osteopathischer Verfahren als verordnungsfähige Heilmittel unter-stützen, die von Physiotherapeuten mit entsprechender Ausbildung erbracht werden können: „Wir bedauern die gegenwärtige Entwicklung, nach der die Behandlung mit osteopathischen Verfahren vorwiegend von einer Gruppe sich selbst so nennender `Osteopathen` bzw. oftmals von Heilpraktikern erbracht werden. Wir streben die Verordnungsfähigkeit der osteopathischen Verfahren an, um o. g. Entwicklung durch eine Qualitätssicherung entgegenzutreten. Zudem wollen wir einen standardisierten Ausbildungsgang schaffen und sowohl für die Patienten als auch für die entsprechend ausgebildeten Physiotherapeuten Rechtssicherheit erlangen.“


Die bisherigen schulmedizinischen und/oder therapeutischen Verfahren können bei verschiedenen Krankheiten an ihre Grenzen stoßen. Viele Patienten mit funktionellen Störungen am Bewegungssystem können daher durch die Anwendung osteopathischer Verfahren profitieren. Die Nachfrage steigt stetig, was die Dringlichkeit spezifischer Regelungen erhöht, um ihr ein qualitätsgesichertes Angebot gegenüber zu stellen. Der IFK und die ÄMM haben daher ein gemeinsames Curriculum zur Absolvierung einer zeitgemäßen Weiterbildung von 1.000 Stunden auf Basis der WHO-Empfehlungen konzipiert. Darin enthalten sind ausschließlich relevante Inhalte, die für die Ausübung osteopathischer Behandlungstechniken nötig erscheinen, die die Bewegungsorgane und andere in das pathologische Geschehen einbezogene Gewebe betreffen.


Mit dem gemeinsamen Positionspapier und Curriculum des IFK und der ÄMM ist ein Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen Physiotherapeuten und Ärzten in Sachen Osteopathie gelungen. Darüber hinaus ist von einer Signalwirkung für eine stärkere fachliche Kooperation auch in anderen Bereichen auszugehen.

www.ifk.de
www.dgmm-aemm.de

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