IFK - Patienten-News http://ifk.de de IFK Fri, 26 Feb 2021 05:52:06 +0100 Fri, 26 Feb 2021 05:52:06 +0100 TYPO3 news-1657 Thu, 11 Feb 2021 13:50:24 +0100 Zugluft und „steifer Hals“: Mythos oder Wahrheit? https://ifk.de/https://ifk.de/verband/aktuell/archiv-meldungen/einzelansicht/zugluft-und-steifer-hals-mythos-oder-wahrheit „Pass auf, dass du keinen Zug abbekommst.“ Fast jeder kennt diesen gut gemeinten Rat, der auf die vermeintlichen Folgen von Zugluft abzielt: Nackenschmerzen und der vielbeschworene „steife Hals“. Das Thema ist derzeit sehr aktuell: Die gute Durchlüftung geschlossener Räume ist in Zeiten der Corona-Pandemie besonders wichtig. Während die einen die Warnung vor Zugluft als „Ammenmärchen“ abtun, bereitet anderen jeder Lufthauch ein Unbehagen. Ist Zugluft also ein Problem für den Nacken? „Ein einfaches ,Ja´ oder ,Nein´ reicht nicht aus: Neuere Erkenntnisse legen nahe, dass die physiologischen Grundlagen komplexer sind als bislang angenommen“, betont die Physiotherapeutin und Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e. V.), Ute Repschläger. Bislang wurde davon ausgegangen, dass gerade der kaum merkliche, aber konstante Luftzug tückisch für die Muskulatur sein kann. Bei leichter Zugluft streicht die Luft über einzelne Körperstellen, meistens über einen längeren Zeitraum. Die Körperstelle kühlt aus, die Gefäße ziehen sich aufgrund der Kälte zusammen. Als Folge werden die Muskeln nicht mehr so gut durchblutet und in ihrer Funktion und ihrem Zusammenspiel eingeschränkt. Dieser Mechanismus wird als Ursache für Nackenschmerzen angesehen.

Neuere Studienergebnisse legen nahe, dass der angenommene Mechanismus komplexer ist. „Als Physiotherapeuten müssen wir uns den Zusammenhang von Muskelspannung und Schmerz anschauen“, berichtet Repschläger. Erste Erklärungsansätze liefert eine aktuelle Studie, die die Muskelspannung bei Frauen mit Nackenschmerzen im Vergleich zu beschwerdefreien Frauen untersucht: „Subjektiv empfundene Nackensteifigkeiten und Schmerzen stehen nicht mit einer erhöht messbaren Muskelspannung in Verbindung“, so Repschläger. Anders als erwartet zeigten im Durchschnitt alle Muskelschichten in der Schmerzgruppe eine etwas geringere Steifigkeit als in der Gruppe ohne Nackenschmerzen Der Unterschied lag nicht in der für Therapeuten tastbaren oberflächlichen Muskulatur, sondern in der Tiefe. Wieso nehmen Patienten dann den Muskel als steif wahr, wenn dieser nicht messbar steif ist?

Hierzu lassen sich momentan nur Erklärungsversuche heranziehen. Normalerweise weiß das Unterbewusstsein, wie sich der Körper und Bewegungen, die von Muskeln durchgeführt werden, anfühlen. Wenn die Wahrnehmung einer Bewegung nicht zum Normalzustand passt, kann der Körper diese Bewegung als steif interpretieren. Erklären lässt sich dies durch die verschiedenen Muskelschichten, die für unterschiedliche Aufgaben zuständig sind. Die tieferen Schichten starten die Bewegung und sorgen für Stabilität. Wenn diese tieferen Muskelschichten nicht gut arbeiten können, wird mehr Energie benötigt, um eine Bewegung durchzuführen. Diese benötigte Mehrenergie könnte ursächlich für die gefühlte Steifigkeit sein. Die Studie zeigt umso deutlicher, dass die Behandlung der Schmerzsymptomatik in die Hände eines fachkundigen Physiotherapeuten gehört. Dieser stimmt aufgrund der Symptome der Patienten und nach dem spezifischen Befund die Behandlung auf jeden Patienten individuell ab.

Für die Betroffenen steht zunächst der Schmerz im Vordergrund. Sie können sich bei Beschwerden an die physiotherapeutische Fachpraxis wenden. Physiotherapeuten kennen eine Reihe von effektiven Hilfsmaßnahmen und beraten gern. Bei leichteren Beschwerden kann der Betroffene versuchen, sich durch Wärmeanwendung sowie sanfte Dehn- und Bewegungsübungen selber zu helfen. So manche davon sind einfach umzusetzen und können als „Erste-Hilfe-Maßnahme“ problemlos in den Alltag integriert werden (siehe Kasten).

Wenn die Problematik länger anhält, sollte weitere professionelle Hilfe hinzugezogen werden. Der Arzt kann dann eine Verordnung für Physiotherapie ausstellen. Der Physiotherapeut hält eine große Anzahl von wirkungsvollen Behandlungsoptionen bereit. Dazu gehören etwa eine passive Mobilisation, muskelentspannende Techniken sowie aktive Übungsprogramme. Vor allem die Manuelle Therapie wird dabei gern eingesetzt. Sich gar nicht oder nur eingeschränkt zu bewegen, ist dagegen kontraproduktiv. Dann können die Beschwerden andauern oder sich sogar verschlimmern.

Wer den akuten Schmerz dann überstanden hat, sollte darüber nachdenken, mit Kräftigungsübungen fortzufahren – insbesondere bei häufigem Auftreten von Nackenschmerz. „Nach diesen neueren Erkenntnissen können wir Physiotherapeuten nur empfehlen, die tiefere Muskulatur zu kräftigen. Dadurch kann die gesamte Muskulatur besser mit negativen Einflüssen jeglicher Art umgehen. Auch hier unterstützen wir gern“, sagt Repschläger.

Übungen

Zwei einfache Übungen aus dem physiotherapeutischen „Notfallkoffer“ können bei leichten Beschwerden helfen. Führen Sie sie nur aus, wenn Sie sich schon etwas bewegt haben, also nicht direkt nach dem Aufstehen. Die Bewegungen dürfen keinen Schmerz auslösen:

1. Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder Hocker, achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung. Winkeln Sie den linken Arm mit der Faust zur Schulter an und ziehen Sie die Schulter nach unten. Drehen Sie den Kopf um 45 Grad nach rechts und schauen Sie zum Boden. Die Dehnung seitlich am Nacken wird noch verstärkt, wenn Sie die rechte Hand über den Kopf zum linken Ohr führen und den Kopf leicht nach vorne und rechts unten ziehen. Halten Sie die Dehnung für mindestens 30 Sekunden und wiederholen Sie sie dann auf der anderen Seite. Führen Sie die Bewegungen langsam und bewusst durch.

2. Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder Hocker, achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung. Legen Sie beide Hände an Ihren Hinterkopf. Bewegen Sie das Kinn in Richtung Brust und formen Sie so ein Doppelkinn. Während der Rücken aufrecht und gerade bleibt, führen Sie den Kopf weiter Richtung Brust, bis Sie einen leicht ziehenden oder brennenden Dehnschmerz im Nacken spüren. Halten Sie die Dehnung für mindestens 30 Sekunden. Führen Sie die Bewegungen langsam und bewusst durch.

Bildunterschrift: Der Physiotherapeut ist ein kompetenter Ansprechpartner: Er kann sanfte Dehn- und Bewegungsübungen anleiten oder bei stärkeren Beschwerden mit gezielten Techniken eingreifen.

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Patienten-News Pressemitteilungen Aktuelles
news-1658 Mon, 14 Dec 2020 13:56:00 +0100 Weihnachten daheim und in Bewegung https://ifk.de/https://ifk.de/verband/aktuell/archiv-meldungen/einzelansicht/weihnachten-daheim-und-in-bewegung Dieses Weihnachten wird ein ganz besonderes Fest. Während in den vergangenen Jahren Verwandte und Freunde zusammenkamen, um die besinnlichen Tage oder den Rutsch ins neue Jahr gemeinsam zu verbringen, bleiben in diesem Jahr pandemiebedingt viele Menschen im engsten Kreis „unter sich“. Viele gewohnte Freizeitangebote fallen zudem weg. Dies bietet aber durchaus einen Anreiz, mal etwas Neues auszuprobieren. „Bewegung ist auch in den eigenen vier Wänden mit ausreichend Abstand möglich, hilft gegen Langeweile und fördert die Gesundheit“, wirbt Ute Repschläger, Physiotherapeutin und Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) für „aktive“ Feiertage. Nach einem opulenten Weihnachtsessen, dem Genuss von Stollen, Plätzchen und anderen Köstlichkeiten ist Bewegung eine gute Abwechslung. Die einfache Lösung lautet: sich daheim gemeinsam bewegen. „Es gibt eine Vielzahl von Übungen, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet sind und beiden Spaß machen“, weiß die erfahrene Physiotherapeutin.

Ein Arsenal von Fitnessgeräten ist dafür nicht notwendig. Ein einfaches „Hilfsmittel“ ist in nahezu jedem Haushalt vorhanden und kann übungstechnisch genutzt werden: das Sofa. Das gemütliche Räkeln auf dem beliebten Sitzmöbel wird kurzerhand unterbrochen durch beispielweise den Sitz-Stand-Sprung. Dazu rutscht man im Sitzen ein wenig nach vorne, richtet den Oberkörper auf, spannt den Bauch an und springt nach oben (eine genaue Darstellung siehe unten bei den Übungsbeschreibungen). Diese vergleichsweise einfache Übung bringt gleich eine Reihe von Vorteilen. Sie kräftig die Beine, trainiert aber auch Standfestigkeit und Rumpfstabilität. Wer die Herausforderung erhöhen möchte, versucht es auf einem Bein. „Diese Übung fördert Sitz-, Stand- und Gangsicherheit und ist als Ganzkörperübung für alle Altersgruppen geeignet“, erläutert Repschläger.

„Ich packe meinen Bewegungskoffer“ ist eine Übung mit besonderem Spaßfaktor (siehe Übungsbeschreibung). Kreative Bewegungsideen und ein gutes Gedächtnis sind hier gefragt. Der Erste „packt“ seinen Bewegungskoffer, indem er eine Bewegung vormacht. Der nächste wiederholt sie und fügt eine andere hinzu. Das Ziel ist es, sich alle Bewegungen zu merken und in der richtigen Reihenfolge auszuführen. „Dies ist eine gute Übung zur Förderung von Koordination, Kognition und Gleichgewicht“, sagt Repschläger. Während für Kinder vielfach der Spaß im Vordergrund stehe, sei für ältere Menschen eine gute Koordinationsfähigkeit wichtig zur Kompensation konditioneller Defizite und sicheren Bewältigung des Alltags.

Eine Übung zur Förderung der Beweglichkeit und Dehnfähigkeit der Muskulatur rundet das kleine Übungsprogramm ab. Dabei können alle mitmachen: Den gehobenen Arm zur anderen Seite neigen, den Oberkörper drehen oder mal versuchen, mit den Händen zum oder in Richtung Boden zu kommen, sind einfache aber sehr effektive Übungen (siehe Übungsbeschreibung). Die Bedeutung von Mobilisation und Beweglichkeit sollte nicht unterschätzt werden. „Durch Beweglichkeitstraining wird die Funktionstüchtigkeit der Muskulatur erhalten, muskuläre Dysbalancen werden ausgeglichen und Muskelverspannungen reguliert“, erklärt die Physiotherapeutin.

So schnell kann es gehen: Mit dem kleinen Übungsprogramm sind schon alle wichtigen Funktionsbereiche und damit (ansatzweise) der ganze Körper trainiert. Wer sich als guten Vorsatz für das neue Jahr vornimmt, ein wenig „mehr“ zu tun, findet in Physiotherapeuten einen kompetenten Ansprechpartner. „Wir Physiotherapeuten behandeln bei Schmerzen, unterstützen aber auch gern, damit es gar nicht so weit kommt“, betont Repschläger.

Übungen:

„Sitz-Stand-Sprung“

Sitz auf dem Sofa (etwas nach vorne, die Oberschenkel liegen etwa bis zur Hälfte auf dem Sofa/Stuhl auf), Füße sind auf dem Boden, Oberkörper ist aufgerichtet, Bauch ist angespannt, Arme sind entweder am Körper oder aber die Arme sind nach vorne hochgestreckt.

Aufstehen mit der Körperspannung, sobald der Stand erreicht ist, mit beiden Füßen vom Boden abstoßen und einen kleinen Sprung machen, wieder landen, Stehen und dann in die Ausgangsstellung zurück (Wichtig: Oberkörper aufgerichtet lassen und die Bauchspannung halten!). Beim Hinsetzen nicht nach hinten „plumpsen“ lassen, sondern sich langsam hinsetzen. Schwerer: einbeinig abspringen. Drei Durchgänge mit je zehn Wiederholungen.

„Ich packe meinen Bewegungskoffer“

Alle sitzen oder stehen sich gegenüber. Nacheinander darf jeder eine Bewegung nennen. Die Bewegungen werden von jedem nacheinander durchgeführt. Dann wird wieder die Ausgangsstellung eingenommen und der nächste ist dran.

Beispiel:

Person A: Ich packe meinen Bewegungskoffer und hebe den rechten Arm senkrecht in die Luft.

Dies führen alle der Reihe nach einmal aus.

Person B: Ich packe meinen Bewegungskoffer und hebe den rechten Arm senkrecht in die Luft und mein linkes Bein.

Nun führen alle der Reihe nach diese beiden Bewegungen aus.

Person C: Ich packe meinen Bewegungskoffer und hebe den rechten Arm senkrecht in die Luft und mein linkes Bein und drehe meinen linken Fuß.

Alle drei Bewegungen werden von jedem ausgeführt.

Person D…

Ziel: Wer schafft, sich alle Bewegungen zu merken und in der richtigen Reihenfolge durchzuführen?

Mobilisation und Dehnen

Ausgangsstellung: Hüftbreiter Stand oder einen aufrechten Sitz

Übung 1: Ein Arm (rechts) wird seitlich nach oben bewegt, bis sich dieser über den Kopf zur anderen Seite neigt (Halbmond), dabei drei tiefe Atemzüge und die Seite wechseln.

Übung 2: Oberkörper so weit wie möglich langsam nach rechts und links drehen und dabei auch mit dem Kopf über die Schulter gucken.

Übung 3: Hände aus dem Stand mit gestreckten Beinen soweit wie möglich zum Fußboden bewegen, kurz halten und dann langsam wieder nach oben in den aufrechten Stand kommen.

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news-1659 Mon, 30 Nov 2020 14:03:00 +0100 KiSS-Syndrom: Wenn der Winzling schreit und schreit… https://ifk.de/https://ifk.de/verband/aktuell/archiv-meldungen/einzelansicht/kiss-syndrom-wenn-der-winzling-schreit-und-schreit Frischgebackene Eltern geraten häufig an die eigenen Grenzen, wenn der Winzling nicht aufhören will zu schreien. Wenn die gestressten Eltern dann nach Ursachen suchen, stoßen sie dabei oft auch auf eine mögliche Störung mit dem Namen KiSS-Syndrom. Der Begriff KiSS-Syndrom steht als Abkürzung für eine „Kopfgelenk-induzierte-Symmetrie-Störung“ bei Babys und Kleinkindern oder einfacher ausgedrückt: von schmerzhaften Verspannungen des oberen Halses ausgelöste Beschwerden bei diesen Kindern. Dabei handelt es sich nicht um eine Erkrankung im eigentlichen Sinne, sondern um eine Fehlstellung der Kopfgelenke (gebildet von den ersten zwei Wirbeln, die Atlas und Axis genannt werden).

Unterschiedliche Symptome können auf das KiSS-Syndrom hinweisen. Am häufigsten bemerken Eltern folgende Auffälligkeiten:

  • „Schiefhals“ mit einseitiger Einschränkung der Kopfbeweglichkeit (nur in eine Richtung schauen)
  • Vorwiegende Rumpffehlhaltung zu einer Seite (C-Skoliose)
  • Motorische Entwicklungsstörungen
  • Einseitige Abplattung des Hinterkopfes
  • Verweigerung der Bauchlage
  • Schluckstörungen und Stillprobleme
  • „Drei-Monatskoliken“
  • Nackenüberempfindlichkeit
  • Schreiattacken
  • Ein- und Durchschlafstörungen

Das KiSS-Syndrom kann entstehen, wenn starker Zug oder Druck auf den Kopf und die obere Halswirbelsäule des Kindes ausgeübt wird, was bei einer Geburt zwangsläufig passiert. Besonders betroffen sind daher vermutlich Babys, bei denen zur Geburt eine Saugglocke oder Zange eingesetzt wurde. Aber auch bei Kindern mit einer Geburt per Kaiserschnitt findet man Symmetrie-Störungen.

Der Physiotherapeut kann nach einer Diagnosestellung und gegebenenfalls Behandlung durch den Arzt mit der Therapie beginnen. Bestenfalls geschieht dies bereits im Säuglingsalter. „In der Praxis zeigt sich, dass für die betroffenen Kinder eine frühe Beseitigung der Funktionsstörungen – auch durch Physiotherapie – sehr wichtig ist“, erklärt Ute Repschläger, Physiotherapeutin und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK). „Andernfalls kann es passieren, dass die kleinen Patienten die Fehlstellung und Schmerzen kompensieren, wodurch es zu Beeinträchtigungen in der weiteren motorischen und kognitiven Entwicklung kommen kann.“ Häufig wird das KiSS-Syndrom jedoch erst diagnostiziert, wenn bereits Entwicklungsstörungen aufgetreten sind. Funktionsprüfungen sowie eine gezielte Röntgenuntersuchung bringen dann Klarheit über die zugrunde liegende Ursache.

Unbehandelt steigt das Risiko, dass betroffene Kinder später beispielsweise an Gleichgewichtsproblemen leiden. Äußern kann sich dies in vermehrtem Stolpern und/oder Problemen, auf einem Bein zu stehen. Hinzu kommen eventuelle Störungen in der Fein- und Grobmotorik sowie in der Koordination. So haben diese Kinder etwa Schwierigkeiten beim Führen eines Stifts oder können einfache Bewegungsaufgaben wie zum Beispiel den beliebten „Hampelmann“ nicht ausführen. Haltungs-, Konzentrations- und auch Verhaltensstörungen oder Kopfschmerzen können ebenfalls auftreten. „Die Kinder kommen zum Teil erst im Grundschulalter mit Entwicklungsstörungen zu uns in die Praxis. Umso wichtiger sind dann die exakte ärztliche Diagnose und weitergehende physiotherapeutische Behandlungen“, betont die erfahrene Physiotherapeutin.

Damit bestehende Probleme effektiv behandelt werden können, ist ein aktives Einbeziehen der Eltern in den therapeutischen Prozess unverzichtbar. Der Therapeut leitet im täglichen Umgang (Lagern, Wickeln, Halten etc.) mit dem Kind an und gibt Tipps für weitere Maßnahmen, mit denen die Eltern die Therapie auch zuhause aktiv unterstützen können. Die gemeinsame Aufgabe ist, (potenzielle) Entwicklungsverzögerungen frühzeitig zu erkennen und ihnen durch einen individuell ausgerichteten Behandlungsplan gezielt entgegenzuwirken. „Unser Ziel ist es, dass sich das Kind möglichst altersgerecht und ohne Beeinträchtigungen für das spätere Leben entwickeln kann“, sagt Repschläger.

Bildunterschrift: Physiotherapeuten empfehlen, bei Kindern mit KiSS-Syndrom möglichst frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen. © IFK

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news-1543 Thu, 02 Jul 2020 15:00:15 +0200 Wandern: mehr als ein Spaziergang https://ifk.de/https://ifk.de/verband/aktuell/archiv-meldungen/einzelansicht/wandern-mehr-als-ein-spaziergang Warum das Wandern nicht nur des Müllers Lust sein sollte

Das Bewegen in der freien Natur sorgt nicht nur für geistige Entspannungsmomente durch den Abstand vom mitunter stressigen Alltag. Es bringt auch nachweislich viele Vorteile für die körperliche Gesundheit mit sich – und lässt sich während der Corona-Pandemie gut mit ausreichend Abstand zu Mitwandernden ausüben.

Wer regelmäßig wandert, stärkt Knochen und Muskulatur. Darüber hinaus werden durch die kontrollierte körperliche Belastung Herzfrequenz und Stoffwechselprozesse gesteigert, wodurch Blutdruck, Cholesterinwerte und Blutzuckerspiegel langfristig gesenkt werden können. Dies ist besonders wichtig zur Risikosenkung für Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes. Eine Studie des Instituts für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung e. V. (ILUG), die im Auftrag des Deutschen Wanderverbands durchgeführt wurde, konnte die positiven Effekte des Wanderns auf die Gesundheit bestätigen.

Wandern schafft also die idealen Voraussetzungen für ein gesundes Älterwerden. Und vor allem kann es – solange einen die eigenen Füße tragen – bis ins hohe Alter ausgeübt werden. Länge und Anspruch der Wegstrecke können problemlos an das eigene Leistungsniveau angepasst werden. „Wer Zweifel hat, ob das Wandern trotz – oder gerade wegen – einer Vorerkrankung das Richtige ist, lässt sich am besten vorab von einem Physiotherapeuten oder Arzt beraten“, rät Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK).

„Einige Physiotherapeuten haben sich zu zertifizierten Gesundheitswanderführern weiterbilden lassen und bieten geführte Gesundheitswanderungen an“, berichtet sie. Geführte Gesundheitswanderungen haben das Ziel, die Ausdauer der Teilnehmer behutsam zu steigern und wertvolle Informationen und Tipps zum gesunden Bewegen im Alltag mit auf den Weg zu geben. Außerdem werden inmitten der grünen Natur gemeinsame Übungseinheiten zur Förderung der Koordination, Entspannung und Stärkung der Muskulatur eingebaut. Manche Krankenkassen erkennen die regelmäßige Teilnahme an zertifizierten Gesundheitswanderungen sogar als Präventionsmaßnahme in ihrem Bonusprogramm an. Nähere Informationen dazu und Termine von geführten Wanderungen gibt es zum Beispiel beim Deutschen Wanderverband unter www.gesundheitswanderfuehrer.de. Dort gibt es auch Hinweise zum sicheren Wandern während der Corona-Pandemie.

Ob im Ausland oder in der näheren Umgebung: Schöne Wanderwege lassen sich fast überall erkunden. „Man sollte jedoch darauf achten, gutes Schuhwerk und angemessene Bekleidung zu tragen“, erinnert Repschläger. Es lohne sich in jedem Fall, die ersten schönen Sommertage für eine ausgedehnte Wanderung zu nutzen. Denn, wie wusste schon Mark Twain: „Das Geheimnis des Vorwärtskommens besteht darin, den ersten Schritt zu tun.“

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news-1312 Thu, 11 Jul 2019 13:03:16 +0200 Ab ins kühle Nass https://ifk.de/https://ifk.de/verband/aktuell/archiv-meldungen/einzelansicht/ab-ins-kuehle-nass Gelenkschonendes Training im Element Wasser

Es gibt wohl kaum eine Sportart, die den Körper auf so vielfältige Art und Weise trainiert wie Schwimmen. Durch die natürliche Auftriebskraft des Wassers ist Schwimmen besonders gelenk- und bänderschonend, die Belastung der Strukturen ist wesentlich geringer als an Land.

„Menschen mit Gelenkproblemen profitieren von den breit gefächerten Eigenschaften des Wassers. Aber auch hier kommt es auf die richtige Technik an“, erklärt Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK). Egal, ob Arthrose oder eine vorangegangene Verletzung: Im Wasser erleben die Patienten nicht selten zum ersten Mal wieder, dass sie sich schmerzfrei bewegen können. Je nach Vorerkrankungen eignen sich unterschiedliche Schwimmstile. Gerade beim Brustschwimmen sollten sich Ungeübte vorab Unterstützung hinsichtlich des Erlernens der ergonomisch sinnvollen Technik holen, um beispielsweise den Nacken nicht zu stark zu beanspruchen. Bei Knieproblemen ist eine Beratung bezüglich des Beinschlags sinnvoll.

Ute Repschläger fügt hinzu: „Neben dem üblichen Bahnenschwimmen gibt es auch Krankengymnastik im Bewegungsbad, die vom Arzt verordnet werden kann.“ Hier werde ebenfalls die Wirkung des Auftriebs sowie des Reibungswiderstands des Wassers genutzt. Unter professioneller Aufsicht des Physiotherapeuten werden patientenzentrierte Übungen zur Kräftigung der Muskulatur durchgeführt, die der Patient nach der Therapie auch eigenständig im Wasser durchführen kann. „Das Element Wasser bietet Patienten mit verschiedensten Problemen eine Möglichkeit, sich endlich wieder freier bewegen zu können und so einen Schritt Richtung Genesung zu machen“, erläutert Repschläger.

Und was gibt es Erfrischenderes, als bei diesen sommerlichen Temperaturen ins kühle Nass zu steigen?!

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news-1272 Thu, 16 May 2019 11:52:42 +0200 Wenn die Hexe zugeschlagen hat https://ifk.de/https://ifk.de/verband/aktuell/archiv-meldungen/einzelansicht/wenn-die-hexe-zugeschlagen-hat Wärme hilft bei akuten Lendenwirbelsäulenschmerzen

Eine unglückliche Bewegung, eine nicht angemessene Anspannung der Muskulatur – und schon schießt die Hexe in den Rücken. Bei einem Hexenschuss blockiert ein Gelenk in der Lendenwirbelsäule. In der Folge verspannt sich schlagartig die umliegende Muskulatur, um den Bereich möglichst ruhig zu stellen. Viele Betroffene wissen sich im ersten Moment kaum zu helfen. Der unerwartete Schmerz zwingt sie in eine Schonhaltung.

Meist führt dies zu einem Arzttermin. Nach erfolgter ärztlicher Kontrolle liefert die Physiotherapie dann einen wertvollen Beitrag im Heilungsprozess und der Prävention. Therapeuten können zunächst die Gelenkblockierung durch Manuelle Therapie lösen. „Außerdem erfahren die Patienten häufig eine deutliche Schmerzlinderung durch Entspannung der betroffenen Muskulatur. Hierbei stellt die Wärmetherapie eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Physiotherapie dar“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK). Besonders eine heiße Rolle mit feuchten Tüchern eigne sich. „Die Wärme dringt durch die Feuchtigkeit besser in die tiefe Muskulatur vor“, erläutert Repschläger. Der Arzt kann die Wärmetherapie auf der Heilmittelverordnung mit allgemeiner Krankengymnastik (KG) oder Manueller Therapie (MT) kombinieren. Dann wird einerseits aktiv auf einen ökonomischen Bewegungsablauf hingearbeitet und andererseits die verspannte Muskulatur bearbeitet. Bekräftigt wird dies in der „Nationalen Versorgungsleitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“, in der sich Fachleute für eine physiotherapeutisch angeleitete Bewegungstherapie bei akuten Kreuzschmerzen aussprechen, die sinnvoll durch Wärmetherapie und Manuelle Therapie ergänzt werden kann.

Physiotherapeuten unterstützen die Patienten zudem dabei, dass die Hexe so schnell nicht wieder zuschlägt. Sie geben Tipps für ein häusliches Übungsprogramm, bei dem die Mobilisation des Rückens sowie Dehnübungen im Mittelpunkt stehen. Dadurch wird die Beweglichkeit erhöht. Auch Kräftigungsübungen am Gerät sowie eine Korrektur der Körperhaltung sind sinnvoll.

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news-1254 Mon, 08 Apr 2019 08:58:21 +0200 Stürze: Prävention kann Risiko minimieren https://ifk.de/https://ifk.de/verband/aktuell/archiv-meldungen/einzelansicht/stuerze-praevention-kann-risiko-minimieren Wie Sie sich schützen und wieder auf die Beine kommen

Die meisten Menschen werden in ihrem Leben bereits Erfahrungen mit Stürzen und ihren Folgen gemacht haben. Insbesondere für ältere Menschen können Stürze dabei teils schwerwiegende körperliche und auch psychische Folgen haben. Die gute Nachricht ist, dass sich mit etwas Einsatz und durch ein geeignetes Training die persönliche Sturzgefahr effektiv verringern lässt. Stürze zählen zu den bedeutendsten und häufigsten Verletzungsursachen. Zu den häufigsten Sturzfolgen zählen Knochenbrüche, die gerade bei älteren Menschen vielfach einen Krankenhausaufenthalt nach sich ziehen und so eine ungünstige Abwärtsspirale in Gang bringen können. Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK), empfiehlt deshalb: „Beginnen Sie frühzeitig damit über eine gezielte Sturzprävention nachzudenken. Gemeinsam mit Ihrem Physiotherapeuten können Sie dazu geeignete Strategien und Trainingsmaßnahmen entwickeln.“ Mögliche Ursachen für einen Sturz können in einer Vielzahl von Faktoren bestehen. „Als erster Schritt ist es daher besonders wichtig, gemeinsam und gründlich die persönliche Sturzgefahr und deren Ursachen zu betrachten. Die hierauf aufbauende Physiotherapie kann dann insbesondere zur Verbesserung von Gleichgewicht, Kraft und Motorik beitragen“, erklärt Bewegungsexpertin Ute Repschläger. Sinnvoll ist es, dieses motorische Training zudem durch Aufgaben zu ergänzen, die die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit beanspruchen. Dann wird die Hirnleistung in der Weise trainiert, dass in Stresssituationen mehrere Tätigkeiten sicher gleichzeitig ausgeführt werden können. Wie viel schwerer es fällt, nicht bloß auf einem Bein zu stehen, sondern dabei laut von 100 in Siebener-Schritten abwärts zu zählen, kann man leicht selber ausprobieren. Durch solche regelmäßigen Übungen sinkt das Sturzrisiko. Hat sich trotz aller Bemühungen ein schwerer Sturz mit seinen Folgen nicht vermeiden lassen, leistet auch hier die Physiotherapie einen wichtigen Beitrag zur Rehabilitation. Physiotherapeuten arbeiten mit den Betroffenen dabei stets auf die Wiederherstellung und den Erhalt einer bestmöglichen Teilhabe am Alltag hin. „Klares Ziel ist es jedoch die Häufigkeit von Stürzen durch präventive Physiotherapie entscheidend zu senken“, bilanziert Ute Repschläger]]>
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news-1191 Tue, 04 Dec 2018 16:11:05 +0100 Therapeutisches Klettern vielseitig einsetzbar https://ifk.de/https://ifk.de/verband/aktuell/archiv-meldungen/einzelansicht/therapeutisches-klettern-vielseitig-einsetzbar Der Weg ist das Ziel

Klettern ist als Trendsportart bekannt und wird immer häufiger begeistert als Alternative zum Krafttraining im Fitnessstudio durchgeführt. Das therapeutische Klettern hingegen kommt in Deutschland bisher nur selten zum Einsatz. Dabei sind die verschiedenen, positiven Effekte auf Koordination, Muskelstabilisierung und Beweglichkeit durch wissenschaftliche Studien belegt. Darüber hinaus gibt es klare Hinweise, dass im Krankheitsfall nicht betroffene Nervenzellen im Gehirn durch das therapeutische Klettern dazu angeregt werden, verloren gegangene Hirnfunktionen (z. B. Steuerung und Kontrolle von Bewegungen) zu übernehmen. Somit kann eine Kletter-Therapie vielfältig eingesetzt werden, etwa bei Rückenschmerzen oder Gelenkverletzungen, aber z. B. auch nach einem Schlaganfall. „Therapeutisches Klettern stellt eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Physiotherapie dar“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V. Beim therapeutischen Klettern werden gezielte Übungen an neigbaren Therapiewänden im Boulderbereich – d. h. stets in Absprunghöhe – durchgeführt. Hier liegt auch schon ein erkennbarer Unterschied zum Sportklettern: Es geht nicht immer nach ganz oben und die Schwierigkeit der Routen steht ebenfalls im Hintergrund. Verschiedene Bewegungen, z. B. Greif- und Zugbewegungen, welche mit dem gesamten Körper ausgeführt werden, fördern sowohl die sensorischen als auch die motorischen Fertigkeiten. Die tiefensensiblen Reize verhelfen so u. a. zu einem besseren Gleichgewicht und einer Anpassung der Muskulatur. Die motorischen Fähigkeiten Koordination, Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit der Patienten werden geschult, wodurch das therapeutische Klettern einen positiven Effekt auf den gesamten Körper hat. „Durch die Vielfalt der Effekte können auch Patienten mit langjährigen Problemen am Bewegungsapparat vom Klettern profitieren“, so Ute Repschläger. Patienten mit Rückenschmerzen oder einer Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) haben oftmals bereits viele Therapieansätze ausprobiert und werden somit vereinzelt „therapiemüde“. Und genau hier hilft das therapeutische Klettern, wie eine Studie zeigt [Schluep, A., 2016]: Bereits nach vierwöchiger Klettertherapie verbesserte sich die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die Rumpfkraft. Zudem stieg auch die Griffkraft deutlich. Ebenfalls konnte gezeigt werden, dass es zu einer Zunahme der Wirbelsäulenmobilität kam, wodurch die Prävention von Rückenbeschwerden unterstützt wird. Therapeutisches Klettern stellt ein abwechslungsreiches Training dar, bei dem der gesamte Körper gefordert und gefördert wird. Diesen ganzheitlichen Körpereinsatz mit speziellen Bewegungsmustern gibt es an kaum einem anderen Trainingsgerät. Ute Repschläger hierzu: „Je nach zugrundeliegender Erkrankung werden alltagsrelevante Bewegungsübergänge trainiert, die beide Körper- und Gehirnhälften verknüpft, die Rückenmuskeln gekräftigt oder Beinachsen und Schultergelenke stabilisiert.“ Neben dem Einsatz in Therapie und Rehabilitation, findet therapeutisches Klettern auch in der Prävention immer mehr Anwendung. Es beugt Haltungsschwächen und einem muskulären Ungleichgewicht vor, regt das Herz-Kreislauf-System an und vermittelt daneben noch Spaß an der Bewegung.]]>
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news-986 Tue, 23 Jan 2018 12:46:38 +0100 Die Balance wiederfinden – gemeinsam mit Ihrem Physiotherapeuten https://ifk.de/https://ifk.de/verband/aktuell/archiv-meldungen/einzelansicht/die-balance-wiederfinden-gemeinsam-mit-ihrem-physiotherapeuten Gleichgewichtstraining effektiv bei Morbus Parkinson

Rund 4,1 Millionen Menschen sind weltweit betroffen, in Deutschland sind es schätzungsweise zwischen 250.000 und 280.000 Personen: Morbus Parkinson ist eine komplexe, neurologische Erkrankung, die für viele Menschen erhebliche Einschränkungen im Alltag mit sich bringt.

Typische Symptome sind verlangsamte Bewegungen, Zittern (Tremor) sowie ein gestörtes Gleichgewicht. Besonders gefährlich wird es, wenn die Patienten unsicher auf den Beinen sind und somit ein erhöhtes Sturzrisiko besteht. Nicht selten führt dies zu Knochenbrüchen, die zusätzlich zur Parkinson-Erkrankung den Patienten das Leben erheblich erschweren.

Um dem vorzubeugen, kann und sollte der Arzt eine Heilmittelverordnung für Physiotherapie ausstellen. Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) erklärt: „Die Behandlung von Morbus Parkinson ist bereits in der physiotherapeutischen Ausbildung fester Bestandteil und viele Therapeuten spezialisieren sich durch Fortbildungen weiter auf den neurologischen Bereich.“

Gemeinsam mit dem Physiotherapeuten lassen sich Nah- und Fernziele abstimmen und somit ein individuelles Behandlungsprogramm festlegen. Zur Verbesserung des Gleichgewichts gibt es zahlreiche Trainingsmöglichkeiten, außerdem lassen sich Stürze durch ein Fallprophylaxe-Programm eindämmen bzw. vermeiden. Je eher mit dem Training begonnen wird, desto weniger kommen Unsicherheit und Sturzängste beim Patienten auf. „Das Gleichgewichtstraining wird an die Fähigkeiten des Patienten angepasst und kann zunehmend gesteigert werden. So kann man z. B. nach einiger Zeit sogar teilweise auf unebenen Untergründen und in realen Lebenssituationen die Balance trainieren.“, erklärt Ute Repschläger.

Erst kürzlich konnte eine Studie aus Südafrika zeigen, dass Gleichgewichtstraining zu einer verbesserten Schrittabfolge (Länge, Geschwindigkeit und Frequenz) führte und sich die Patienten im Anschluss sicherer fühlten. Durch regelmäßige Physiotherapie kann dem Patienten zu mehr Lebensqualität verholfen werden und gleichzeitig weitere, nervenaufreibende Behandlungen eingedämmt werden. Denn auch mit der Diagnose Morbus Parkinson können Patienten noch aktiv am Leben teilnehmen und festen Schrittes durch den Alltag gehen.]]>
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news-909 Wed, 26 Jul 2017 11:11:50 +0200 Der Nerv in der Klemme https://ifk.de/https://ifk.de/verband/aktuell/archiv-meldungen/einzelansicht/der-nerv-in-der-klemme Warum Operationen nicht immer notwendig sind

Viele Menschen, die täglich mit ihren Händen arbeiten, kennen dieses Kribbeln oder Taubheitsgefühl, das sich vom Daumen bis zum Mittelfinger ausbreitet und die Handfunktionen beeinträchtigt. Grund dafür ist häufig ein eingeklemmter Nerv im Handgelenk, das sogenannte Karpaltunnelsyndrom. Wenn die ärztliche Empfehlung lautet, den Nerv operativ zu befreien, ist die Frage berechtigt: Ist diese mit Risiken verbundene Behandlungsmethode wirklich notwendig?

Handwerker, Zahntechniker, Reinigungskräfte – sie alle sind im Beruf auf ihre Hände angewiesen. Doch bei täglich hohen Belastungen können auch die stärksten Hände irgendwann schlappmachen. Eine dauerhafte Druckbelastung im Handgelenk sorgt dafür, dass der Nerv eingeengt und seine Leitfähigkeit reduziert wird. Tritt dieser Fall auf, spricht man im Fachjargon von dem sogenannten Karpaltunnelsyndrom, das Schmerzen, Empfindungsstörungen oder sogar Taubheit hervorrufen kann.

Behandlungsmöglichkeiten gibt es viele. Obwohl meist zunächst mit einer konservativen Therapie, wie Physiotherapie, begonnen wird, finden vielfach trotzdem zusätzlich operative Eingriffe statt. In dem Glauben, dem Schmerz mit einer Operation kurzfristig ein Ende bereiten zu können, nehmen viele Patienten diese Option dankend an. Fakt ist jedoch: Die langfristige Wirksamkeit von Operationen ist oft fraglich. Eine aktuelle Studie der Universität Madrid belegt, dass eine operative Maßnahme konservativen Behandlungen, wie Physiotherapie, keineswegs überlegen ist. In den ersten drei Monaten der Behandlung erzielt Physiotherapie sogar bessere Ergebnisse. Danach sind die Ergebnisse bei Schmerz und Funktionsfähigkeit gleich.

Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) empfiehlt deshalb: „Operative Eingriffe sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da sie immer mit einem gewissen Restrisiko wie Infektionen verbunden sind.“ Physiotherapeuten führen im Rahmen der Behandlung zunächst eine ausführliche physiotherapeutische Diagnostik durch und entwickeln je nach Verlauf und Stärke der Beschwerden einen zielgerichteten Behandlungsplan, bei dem auch die Dauer der Therapie näher eingegrenzt werden kann. „Die Behandlung besteht aus speziellen Techniken beispielsweise zur Mobilisation der Handwurzelknochen oder Verbesserung der Gleitfähigkeit der Nerven. Darüber hinaus vermitteln Physiotherapeuten den Patienten zielgerichtete Übungen zur Verbesserung der Durchblutung und zur Dehnung ausgewählter Muskeln im Handgelenksbereich, die die Patienten anschließend auch zuhause durchführen können“, erklärt Ute Repschläger.

Bei der Behandlung ist allerdings Ausdauer gefragt. Maßnahmen über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten sind keine Seltenheit. Doch das Durchhaltevermögen zahlt sich aus. Trotz der unangenehmen Symptome und der langen Behandlungszeit ist das Karpaltunnelsyndrom eine Erkrankung, die mit hoher Erfolgsquote therapiert werden kann. Der einzige Nachteil: Dann gibt es für den Frühjahrsputz oder die Gartenarbeit in dosiertem Maße künftig keine Ausrede mehr. ]]>
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