Platz 3 der Engpassberufe

Die Physiotherapie zählt zu den Top 3 der Engpassberufe mit Fortbildungsabschluss. Das geht aus der aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e. V. (IW) zum Thema „Fachkäfteengpässe in Unternehmen: Geschlechterunterschiede in Engpassberufen“ hervor.

Das IW fand heraus, dass in dem Betrachtungszeitraum von August 2011 bis April 2015 auf 100 gemeldete offene Stellen von Physiotherapeuten im Durchschnitt lediglich 72 Arbeitslose mit der erforderlichen Qualifikation kamen. Nur in der Fachkrankenpflege und der Sprachtherapie ist die Engpass-Relation noch geringer. Der vom IFK schon lange mit Sorge betrachtete Trend, dass die Zahl gemeldeter offener Stellen stetig steigt, während die Arbeitslosenanzahl kontinuierlich abnimmt, wird damit weiter bestätigt.

Die Studie macht überdies die Folgen der großen Geschlechterdiskrepanz deutlich. Im Gesundheitswesen bestehen die größten Engpässe in frauentypischen Berufen wie der Physiotherapie, die einen Frauenanteil von 79 % aufweist. Problematisch ist dabei, dass insbesondere Frauen häufig eine Teilzeitbeschäftigung in Anspruch nehmen, die den Bedarf an qualifizierten Fachkräften noch erhöht. Laut IW stellt daher eine Ausweitung der Arbeitszeiten Potenzial dar, um den derzeitigen Engpässen entgegenzuwirken. Dafür müssten allerdings zunächst strukturelle Veränderungen in Form einer verbesserten Infrastruktur zur Kinderbetreuung an Kindertagesstätten und Schulen erfolgen.